Polytronic

Moderator: suntri

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Toluol

Polytronic

Beitrag von Toluol » 02.04.2008, 19:30

Hallo,

kennt jemand dieses System? Es handelt sich um Kästen der ehemaligen DDR. Was ich gesehen habe, machen die keinen schlechten Eindruck.
Wie dem auch sei, ich habe mir mal einen ersteigert (allerdings ohne Anleitungen)

MfG

Andreas

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Toluol

Beitrag von Toluol » 12.04.2008, 20:01

Hallo,

scheint ja keiner zu kennen. Bisher habe ich die Systeme Busch, Kosmos X Serie und Schuco kennengelernt.
Heute ist mein Kasten gekommen. Die weiße PVC-Platte ist leider vergilbt
(weiß jemand wie man sowas sauber bekommt?)

Das Polytronic System gefällt mir ausgesprochen gut!
Die Bauteile befinden sich auf kleinen Plastikbrettchen mit Hohlnieten und werden auf eine gelochte PVC Platte gesteckt. Die Verbindungen erfolgen mit konfektionierten Kabeln mit so einer Art Klemme. In die Hohlnieten müssten aber auch die Zwergstecker (Modelleisenbahn) passen.

Sehr empfehlenswert!

MfG

Andreas

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JED

Beitrag von JED » 25.08.2008, 23:27

Hallo Andreas,

doch, mit Polytronic habe ich mich eine Zeit lang intensiv beschäftigt. Ich habe damals den Kasten A-B-C ersteigert (2 Transen). Vom Aufbau her sehr schnell, aber nicht sonderlich stabil. Die Gabelkontakte erfordern öfter mal eine Nachjustage und ebenso wie die Kontaktröhrchen eine Reinigung (z. B. mit Metarex), sonst gibt es Wackelkontakte.

Das größte Problem sind aber die Piacryl-Träger, die zum Teil doch stark schrumpfen (Schwundrisse) und beim unvorsichtigen Hantieren schon mal einen Zapfen verlieren, weil sie zu fest im Grundbrett klemmten. Ebenso hat man schnell das Rändel von einem Trimmpoti abgebrochen, aber dann gibt es ja wenigstens noch einen Schraubendreher...

Gleichmäßig hochwertige "Plaste" zu erzeugen, war wohl in der DDR ein Problem. Übrigens stammen die Grundplatten von einem Mosaik-Steckspiel - es müssen wohl so eine Art farbige Pilzknöpfe gewesen sein, die da zu Bildern gesteckt wurden. Eine absolute Simpel-Variante des Polytronic-Systems soll es als "Der junge Funktechniker" sogar im Westen gegeben haben (bei einem Großversender).

Die Radio-Versuche, die schon mit der Ausbaustufe A-B möglich sind (es gab sozusagen auch jeden Buchstaben einzeln zu kaufen), also mit nur zwei Transistoren, reißen einen nicht besonders vom Hocker, zumal keine Rückkopplung vorgesehen ist. Insgesamt sind auch die Erläuterungen im Heft m. E. arg knapp - kein Vergleich mit Kosmos.

Irgendwie wirkt das ganze System auch sonst recht minimalistisch - ich hatte ganz schnell das selbe Problem, wie in meiner Jugend mit anderen Kästen: Lesen des Handbuches bzw. knappes Durchdenken der Schaltungen reichte mir meistens. Wirklich belebt habe ich das System nach dem Kauf einer Sammlung "Schüttgut", die es mir ermöglichte, einen Röhrenadapter zu bauen und ein paar Widerstände und Kondensatoren durch Röhren-geeignetere zu ersetzen (ultraschnelles Löten verlangt, Piacryl schmilzt wie Butter).

Dann habe ich noch zwei Schulkästen - leider ohne Handbücher ersteigert, die mir weitere Experimente ermöglichen sollten. Leider musste ich feststellen, dass die ganzen Polytronic-Kästen nur während einer recht kurzen Phase in nennenswerten Stückzahlen bei Auktionen auftauchten und von daher einer Wiederbelebung als Röhrenexperimentierkasten für andere unüberwindbare Grenzen gesetzt waren.

Auch die "Restfirma" war nicht an der Lieferung von Material dazu interessiert und bot nur noch die letzten Ausführungen der Schüler-Experimentiergeräte an (vermutlich Restposten). Damit war nichts röhriges zu machen und so verließ mich erst mal das Interesse, wie man an dem abrupten Ende meines Beitrages (damals im Wiki des Röhrenbude-Forums) unschwer erkennen kann.

Aber ich denke, Du findest dort noch einiges an Informationen und Bildern, falls Du nicht eh schon drüber gestolpert bist...

Viele Grüße
Joachim
Zuletzt geändert von JED am 14.10.2008, 20:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Toluol

Beitrag von Toluol » 26.08.2008, 20:04

JED hat geschrieben:Hallo Andreas,

doch, mit Polytronic habe ich mich eine Zeit lang intensiv beschäftigt. Ich habe damals den Kasten A-B-C ersteigert (3 Transen). Vom Aufbau her sehr schnell, aber nicht sonderlich stabil. Die Gabelkontakte erfordern öfter mal eine Nachjustage und ebenso wie die Kontaktröhrchen eine Reinigung (z. B. mit Metarex), sonst gibt es Wackelkontakte.

Das größte Problem sind aber die Piacryl-Träger, die zum Teil doch stark schrumpfen (Schwundrisse) und beim unvorsichtigen Hantieren schon mal einen Zapfen verlieren, weil sie zu fest im Grundbrett klemmten. Ebenso hat man schnell das Rändel von einem Trimmpoti abgebrochen, aber dann gibt es ja wenigstens noch einen Schraubendreher...

Gleichmäßig hochwertige "Plaste" zu erzeugen, war wohl in der DDR ein Problem. Übrigens stammen die Grundplatten von einem Mosaik-Steckspiel - es müssen wohl so eine Art farbige Pilzknöpfe gewesen sein, die da zu Bildern gesteckt wurden. Eine absolute Simpel-Variante des Polytronic-Systems soll es als "Der junge Funktechniker" sogar im Westen gegeben haben (bei einem Großversender).

Die Radio-Versuche, die schon mit der Ausbaustufe A-B möglich sind (es gab sozusagen auch jeden Buchstaben einzeln zu kaufen), also mit nur zwei Transistoren, reißen einen nicht besonders vom Hocker, zumal keine Rückkopplung vorgesehen ist. Insgesamt sind auch die Erläuterungen im Heft m. E. arg knapp - kein Vergleich mit Kosmos.

Irgendwie wirkt das ganze System auch sonst recht minimalistisch - ich hatte ganz schnell das selbe Problem, wie in meiner Jugend mit anderen Kästen: Lesen des Handbuches bzw. knappes Durchdenken der Schaltungen reichte mir meistens. Wirklich belebt habe ich das System nach dem Kauf einer Sammlung "Schüttgut", die es mir ermöglichte, einen Röhrenadapter zu bauen und ein paar Widerstände und Kondensatoren durch Röhren-geeignetere zu ersetzen (ultraschnelles Löten verlangt, Piacryl schmilzt wie Butter).

Dann habe ich noch zwei Schulkästen - leider ohne Handbücher ersteigert, die mir weitere Experimente ermöglichen sollten. Leider musste ich feststellen, dass die ganzen Polytronic-Kästen nur während einer recht kurzen Phase in nennenswerten Stückzahlen bei Auktionen auftauchten und von daher einer Wiederbelebung als Röhrenexperimentierkasten für andere unüberwindbare Grenzen gesetzt waren.

Auch die "Restfirma" war nicht an der Lieferung von Material dazu interessiert und bot nur noch die letzten Ausführungen der Schüler-Experimentiergeräte an (vermutlich Restposten). Damit war nichts röhriges zu machen und so verließ mich erst mal das Interesse, wie man an dem abrupten Ende meines Beitrages (damals im Wiki des Röhrenbude-Forums) unschwer erkennen kann.

Aber ich denke, Du findest dort noch einiges an Informationen und Bildern, falls Du nicht eh schon drüber gestolpert bist...

Viele Grüße
Joachim

Hallo Joachim,

vielen Dank für Deine Ausführungen. Ja die Infos habe ich gefunden. Mittlerweile habe ich noch einen zweiten Polytronikkasten.

Wie gesagt das Konzept gefällt mir.

Noch ein System was ich vorher nicht kannte ist NKM (DDR 1987). Bekommt man sogar noch neu.

GRuß

Andreas

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JED

Beitrag von JED » 26.08.2008, 23:02

Hallo Andreas,

offenbare doch mal kurz, welche Kästen Du hast.

Ja, am Anfang hat mich das System auch begeistert - jedenfalls mit den Röhrenversuchen. Kein anderes hat derart schnelle Änderungen sogar während des Betriebs einer Schaltung ermöglicht. Die Klemmen lassen sich ja wirklich leicht abziehen und aufstecken, zumal die Litzen sehr beweglich und nicht so sperrig wie Draht sind.

Nie zuvor hatte ich ein Röhrenaudion derart schnell am Laufen und wer testet schon lötenderweise bei der DCC90-Schaltung die verschiedenen Möglichkeiten der Heizung (Polung, Masseanschluß etc.). Dabei spielen diese Kleinigkeiten bei direkt geheizten Röhren eine große Rolle. Dumm ist nur andererseits die relative Instabilität des Aufbaus - die Kabel bewegen auch andere mit und manchmal war auch der Kontakt zweifelhaft - dann sind die Ergebnisse doch nicht so reproduzierbar, wie man erst glaubte.

Wenn ich mich mal wieder dran begebe, werde ich mir wohl eine steckbare Frontplatte anfertigen, die echte Potis und Schalter tragen kann - ein Pult zur Aufnahme der doch relativ kleinen Brettchen wäre natürlich noch schicker - da könnte dann gleich ein Netzteil drin sein. Aber wie schon gesagt: Ich fand es relativ witzlos, viel Aufwand in ein System zu stecken, wenn dann niemand anders mehr hätte davon profitieren können. Insofern war ich enttäuscht, dass der Entwickler des Systems, der mir noch eine Ersatzteilliste geschickt hatte, auf ein paar zusätzliche Fragen/Bitten nicht mehr eingegangen ist.

Alleine mit den Ersatzteilen wäre ein Röhrenkasten nicht machbar gewesen - höchster Widerstand 270kΩ, Kondensatoren praktisch nur im 1 zu 10-Raster. Außerdem hätte man diese 3mm-Nieten lose für oder mit größere(n) Trägerplättchen (für Röhrenfassungen) gebraucht.

Na ja, ich denke mal, die Firma hat andere Sorgen und Nöte gehabt und gehofft, das SEG (Schüler-Experimentier-Gerät) für 680 Euro viel eher verkaufen zu können - mir war's zu viel und die Versuche für mich sowieso längst Geschichte... Nur ein paar Teile hätte ich Depp mir dennoch bestellen sollen: HF-Spulen, neue Platten und ein paar von den selbstbestückbaren Experimentierträgern und vielleicht auch Ersatz für meine defekten Russen-Transistoren, obwohl ich für die garkeine Schaltungen habe. (Vermutlich ergäbe sich mit dem genialen modularen Trafo zusammen zumindest ein Spannungswandler...)

Viele Grüße
Joachim

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Toluol

Beitrag von Toluol » 27.08.2008, 07:57

JED hat geschrieben:Hallo Andreas,

offenbare doch mal kurz, welche Kästen Du hast.

Ja, am Anfang hat mich das System auch begeistert - jedenfalls mit den Röhrenversuchen. Kein anderes hat derart schnelle Änderungen sogar während des Betriebs einer Schaltung ermöglicht. Die Klemmen lassen sich ja wirklich leicht abziehen und aufstecken, zumal die Litzen sehr beweglich und nicht so sperrig wie Draht sind.

Nie zuvor hatte ich ein Röhrenaudion derart schnell am Laufen und wer testet schon lötenderweise bei der DCC90-Schaltung die verschiedenen Möglichkeiten der Heizung (Polung, Masseanschluß etc.). Dabei spielen diese Kleinigkeiten bei direkt geheizten Röhren eine große Rolle. Dumm ist nur andererseits die relative Instabilität des Aufbaus - die Kabel bewegen auch andere mit und manchmal war auch der Kontakt zweifelhaft - dann sind die Ergebnisse doch nicht so reproduzierbar, wie man erst glaubte.

Wenn ich mich mal wieder dran begebe, werde ich mir wohl eine steckbare Frontplatte anfertigen, die echte Potis und Schalter tragen kann - ein Pult zur Aufnahme der doch relativ kleinen Brettchen wäre natürlich noch schicker - da könnte dann gleich ein Netzteil drin sein. Aber wie schon gesagt: Ich fand es relativ witzlos, viel Aufwand in ein System zu stecken, wenn dann niemand anders mehr hätte davon profitieren können. Insofern war ich enttäuscht, dass der Entwickler des Systems, der mir noch eine Ersatzteilliste geschickt hatte, auf ein paar zusätzliche Fragen/Bitten nicht mehr eingegangen ist.

Alleine mit den Ersatzteilen wäre ein Röhrenkasten nicht machbar gewesen - höchster Widerstand 270kΩ, Kondensatoren praktisch nur im 1 zu 10-Raster. Außerdem hätte man diese 3mm-Nieten lose für oder mit größere(n) Trägerplättchen (für Röhrenfassungen) gebraucht.

Na ja, ich denke mal, die Firma hat andere Sorgen und Nöte gehabt und gehofft, das SEG (Schüler-Experimentier-Gerät) für 680 Euro viel eher verkaufen zu können - mir war's zu viel und die Versuche für mich sowieso längst Geschichte... Nur ein paar Teile hätte ich Depp mir dennoch bestellen sollen: HF-Spulen, neue Platten und ein paar von den selbstbestückbaren Experimentierträgern und vielleicht auch Ersatz für meine defekten Russen-Transistoren, obwohl ich für die garkeine Schaltungen habe. (Vermutlich ergäbe sich mit dem genialen modularen Trafo zusammen zumindest ein Spannungswandler...)

Viele Grüße
Joachim
Hallo Joachim,

beim Schreiben meiner Bestandsliste wird mir bewußt, dass ich zum Jäger und Sammler mutiert bin.:) Das liegt wohl u.a. daran,
das für mich als Kind nur das Kosmos XG und Philips CE1401 drin war, mehr nicht.

Kästen Elektronik:

Kosmos XG,XR,XS,XU1 und XU2
Radiomann (Jubiläumsausgabe 70 Jahre)
X4000 (und bald auch die Bauteile des HighTech)
Braun Lectron
Busch 6000
Schuco Basis,Expert und Profi Lab
Polytronic ABC und 5
Science Fair 160 in1
Fischertechnik em und ec Serie
NKM100 und 150
einige Franzis Lernpakete
Chemie:
C1,C2 C3000 und C3500

Das Basteln und Experimentieren kommt aber eindeutig zu kurz. Bisher habe ich nur ein wenig die Konzepte verglichen.

An der SEG Serie und ggf. auch Leybold habe ich auch Interesse.

Gruß

Andreas

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JED

Beitrag von JED » 27.08.2008, 22:28

Hallo Andreas,

ich wollte Dich nicht gleich zu einem kompletten Offenbarungseid veranlassen, ich meinte eigentlich nur die Polytronic-Kästen :wink:

Zum ABC hast Du also auch kein Handbuch? Bis zum A war ich mit Scannen schon mal gekommen, da wurde es dann schwierig, weil ich die "gebundene" Ausgabe habe und nicht die "verringte", die es wohl auch geben muss. Vielleicht mache ich mal weiter...

Zum 5er habe ich leider auch nichts, der hat mich vom Inhalt auch nicht sonderlich begeistert - der Trafo war mir das wichtigste. Versuch noch einen 6er zu ergattern, dann hast Du zum ABC einen zweiten Schwingkreis und - wenn noch vorhanden - ein paar Träger zum Selbstanfertigen von Bauelementen und ein paar zum wechselbaren Einklemmen von solchen - zwei Transistorfassungen auf den runden Trägern gehören auch dazu.

Ja, man müsste mehr Zeit - und Lust :roll: - zum Experimentieren haben. Ich müsste mir aber vor allem erst mal noch Röhrenträger bauen...

Viele Grüße
Joachim

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Toluol

Beitrag von Toluol » 28.08.2008, 09:31

Hallo Jürgen,

doch doch. Die Anleitung von dem ABC habe ich. Leider gibt die nicht so viel her wie z.B. als die vom Hernn Richter. :)

P.S: Die "Elrad" (vielleicht noch bekannt) gibt es auf DVD (Archiv 77-97).

Sehr empfehlenswert. Beinhaltet auch die Sonderhefte.

MfG

Andreas

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JED

Beitrag von JED » 28.08.2008, 22:07

Toluol hat geschrieben:Die Anleitung von dem ABC habe ich. Leider gibt die nicht so viel her wie z.B. als die vom Hernn Richter.
Da kann ich Dir nur zustimmen, Andreas.

Allerdings fand ich auch die Anleitungen von Philips in meiner Jugend eher unsortiert und ermüdend. Das beste Schätzchen, das ich in der Beziehung noch habe, ist ein Experimentierkasten von Heinz Richter ohne Kasten :wink:

Genauer gesagt, sein weithin anscheinend ziemlich unbekanntes Buch "Elektrotechnische Experimentierpraxis" aus dem Verlag für Radio-Foto-Kinotechnik GmbH Berlin Borsigwalde aus dem Jahr 1966. Eigentlich ein Anleitungsbuch zu einem Kasten, den man sich selber bauen muss - mit Röhren und Transistoren, von den elektrophysikalischen Grundlagen angefangen...

Eine genaue Anleitung, wie man seine Versuchsaufbauten gestalten soll (quasi mit Maßzeichnungen und Stücklisten) gibt es jedoch nicht, da ist eigene Kreativität gefragt.

Aus dem Vorwort:
Bei der - allerdings recht kritischen - Beobachtung unseres technischen Nachwuchses habe ich manchmal den Eindruck, als wüchse so etwas wie eine "knöpfchendrückende Generation" heran. Man denkt nicht mehr viel darüber nach, was sich beim Einschalten im Inneren eines der zahlreichen elektrischen Geräte abspielt, sondern gibt sich schon zufrieden, wenn der Druck auf den Knopf oder die Taste den gewünschten Vorgang auslöst...

Irgendwie war der Mann m. E. technisch zwar eher konservativ und ein großer "Recycler" von alten Schaltungen und Fotos in seinen zahlreichen Büchern, aber diese Gedanken schon 1966 waren doch visionär...

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JED

Polytronic Elektronik Stufe 5

Beitrag von JED » 30.08.2008, 11:47

Hi,

ich habe gerade eines der beiden Anleitungsbücher zu diesem Kasten bekommen. Vielleicht gehörte ja noch ein Lehrer-Heft oder Lösungsheft dazu, das didaktisch ordentliche Informationen zur Funktionsweise der einzelnen Schaltungen enthielt...

...ansonsten bin ich ziemlich enttäuscht. Es werden neben den Schaltplänen und Stücklisten recht selbstverständliche Hinweise ständig wiederholt, ein paar Aufgaben formuliert und ein paar Fragen gestellt.

Wenn man seine Hausaufgaben anhand eines Lehrbuches schon gemacht hat, kann man sie damit praktisch anreichern. Aber irgendwelche Ansätze zur Selbsterarbeitung von Wissen bietet der Elektronik 5 noch weniger, als der A-B-C. Man sollte wohl den 5 und den 6 nur als zusätzliche Teilesammlung betrachten.

Hat jemand weitere Erfahrungen dazu?

Viele Grüße
Joachim

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Toluol

Beitrag von Toluol » 30.08.2008, 22:28

JED hat geschrieben:
Toluol hat geschrieben:Die Anleitung von dem ABC habe ich. Leider gibt die nicht so viel her wie z.B. als die vom Hernn Richter.
Da kann ich Dir nur zustimmen, Andreas.

Allerdings fand ich auch die Anleitungen von Philips in meiner Jugend eher unsortiert und ermüdend. Das beste Schätzchen, das ich in der Beziehung noch habe, ist ein Experimentierkasten von Heinz Richter ohne Kasten :wink:

Genauer gesagt, sein weithin anscheinend ziemlich unbekanntes Buch "Elektrotechnische Experimentierpraxis" aus dem Verlag für Radio-Foto-Kinotechnik GmbH Berlin Borsigwalde aus dem Jahr 1966. Eigentlich ein Anleitungsbuch zu einem Kasten, den man sich selber bauen muss - mit Röhren und Transistoren, von den elektrophysikalischen Grundlagen angefangen...

Eine genaue Anleitung, wie man seine Versuchsaufbauten gestalten soll (quasi mit Maßzeichnungen und Stücklisten) gibt es jedoch nicht, da ist eigene Kreativität gefragt.

Aus dem Vorwort:
Bei der - allerdings recht kritischen - Beobachtung unseres technischen Nachwuchses habe ich manchmal den Eindruck, als wüchse so etwas wie eine "knöpfchendrückende Generation" heran. Man denkt nicht mehr viel darüber nach, was sich beim Einschalten im Inneren eines der zahlreichen elektrischen Geräte abspielt, sondern gibt sich schon zufrieden, wenn der Druck auf den Knopf oder die Taste den gewünschten Vorgang auslöst...

Irgendwie war der Mann m. E. technisch zwar eher konservativ und ein großer "Recycler" von alten Schaltungen und Fotos in seinen zahlreichen Büchern, aber diese Gedanken schon 1966 waren doch visionär...
Hallo Jürgen,

in der Tat der Gedanke ist visionär. Kann ich nur unterstreichen.

Bei mir sind nun noch ein XN3000 und die Bauteile vom Hightech dazugekommen. Die Versuche vom Hightech halte ich für sehr interessant (PLL und so).

Gruß

Andreas

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sprengmeister

Beitrag von sprengmeister » 02.11.2008, 13:21

Hallo, also ich besitze einen Baukasten: "Baukastensystem Polytronic, ABC" noch original für meinen Bruder gekauft. nun habe ich ein Problem. Ich bin gerade dabei die Bestückung auf Funktion zu prüfen, leider sind einige Bauteile wie bsw. ein Transistor und der Thermistor mit Heizwiderstand ganz ersichtlich defekt. zudem fehlt der eisenkern für die spulen und die lochscheibe für den motor. ich würde gern wissen auf welche weise ich diese schäden ersetzen kann, goibt es adressen bei denen es restbestände zu bekommen sind bsw. in wie weit sind ersatzteile bei conrad zu bekommen (artikelnummern wären gut, da ich nicht viel ahnung von der elektrotechnik besitze). vieln dank schonmal und schöne grüße aus brandenburg.

do6hg
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Beitrag von do6hg » 03.11.2008, 15:11

sprengmeister hat geschrieben:Hallo, also ich besitze einen Baukasten: "Baukastensystem Polytronic, ABC" noch original für meinen Bruder gekauft. nun habe ich ein Problem. Ich bin gerade dabei die Bestückung auf Funktion zu prüfen, leider sind einige Bauteile wie bsw. ein Transistor und der Thermistor mit Heizwiderstand ganz ersichtlich defekt. zudem fehlt der eisenkern für die spulen und die lochscheibe für den motor. ich würde gern wissen auf welche weise ich diese schäden ersetzen kann, goibt es adressen bei denen es restbestände zu bekommen sind bsw. in wie weit sind ersatzteile bei conrad zu bekommen (artikelnummern wären gut, da ich nicht viel ahnung von der elektrotechnik besitze). vieln dank schonmal und schöne grüße aus brandenburg.
Hallo Sprengmeister,

wenn du vielleicht viel Glück hast, kannste es vielleicht im Ebay versuchen, und ein zweiten Kasten zu ersteigern. Oder in manchen Funkamateurfunkmessen gibte es viele Stände die diversen alten (exotische) Teilen wie z.B.: Röhren, Quarze, Transistoren usw. handeln. Der nächte grosse Messe (AMTEC) findet in Saarbrücken am 16.Nov.2008 statt. Ich gehe auf jedenfalls hin und dort was zu ergattern. Dort ist auch sehr Interresant, da mann auch von vielen Besuchern auch Informationen und Hilfe bekommen kann.

Info unter: http://www.amtec-ev.de/

Gruss an alle...

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JED

Beitrag von JED » 30.11.2008, 13:22

Habe eine Polytronic-Abteilung im Wiki eröffnet, vorerst mit Bildern der Kästen Elektronik 5 und 6
Hier die Kästen für die Nicht-Wikianer :wink:

Bild

Elektronik 5

Bild

Elektronik 6

Zu finden unter "Diverse Baukästen" - "Elektronik" wie auch der EAW-Elektronik-Trainer

ECC86
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Beitrag von ECC86 » 07.12.2008, 01:41

Wie Toluol schon anmerkte, gibt die Anleitung vom Polytronic ABC wirklich nicht so sehr viel an Erklärungen her. Zu ihrer Ehrenrettung möchte ich allerdings anmerken, dass mich dieses Anleitungsbuch dazu ermuntert hat, mit meinem Kosmos XN3000 einen modulierten Mittelwellenoszillator aufzubauen. :wink:
Ich habe auch nur die Stufe A, damit kann man wirklich nicht viel machen. Das einzige Bauteil, das einem dort die Wirkung der Elektronen zeigt, ist eine kleine Glühlampe. Nen Ohrhörer gabs erst ab Stufe B. Also musste ich versuchen, die Schaltungen auf das Kosmos-System zu übertragen, was teilweise auch gelang.
Jetzt schaue ich hier auf die Stufe 5, mir vorher völlig unbekannt, und staune nicht schlecht:
Da ist ja eine Glimmlampe drin! Sowas hat ja üblicherweise eine Brennspannung von um die 70 Volt herum. Und dann ist da noch ein Trafo. Kann man damit etwa so etwas wie einen Sperrwandler aufbauen? Damit würde man heutzutage keinen Jugendlichen mehr experimentieren lassen, viiieeeel zu gefährlich... :lol: Oder dient sie nur dazu, die Induktionsspannung beim Abschalten der Relaisspule/Trafospule mit einem kurzen Aufblitzen zu verdeutlichen? Damit könnte man gut die Probleme beim Schalten induktiver Lasten erläutern wie Notwendigkeit einer Freilaufdiode etc.
Zuletzt geändert von ECC86 am 07.12.2008, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.

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JED

Beitrag von JED » 07.12.2008, 09:56

Moinmoin Niederspannungsdoppeltriode, ;-)

da ich per Zufall auch an eins der Handbücher gekommen bin, kann ich sagen, dass sowohl ein Weidezaungerät (fremdgesteuerter Wandler) als auch ein Transverter gebaut werden.

Der Trafo legte das auch nahe - andererseits glaube ich nun nicht mehr, dass die Transistorbestückung meines 5ers mit diesen hochempfindlichen schwachbrüstigen Russentransen original so war. Für den Sperrwandler ist von einem Transistor mit Kühlkörper die Rede...

Die Glimmlampe wird als Muss angegeben - vermutlich schlägt sonst der Trafo den Transistor durch? Eine zusätzliche Freilaufdiode ist jedenfalls nicht vorgesehen und würde ja auch die Wirkung konterkarrieren.

VG, Joachim/JED

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