Das schleichende Sterben der Elektronik-Fachgeschäfte

Alles was Elektronik oder Chemie betrifft aber nicht in die vorgegebenen Foren passt.

Moderator: suntri

Antworten
Benutzeravatar
Helferlein
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 241
Registriert: 13.10.2015, 14:15
Wohnort: D-Mettmann, GR-Prinos/Mik. Kasaviti/Thassos
Flag: Germany

Das schleichende Sterben der Elektronik-Fachgeschäfte

Beitrag von Helferlein » 25.12.2019, 14:45

Liebe Foristen,

als im Raum Düsseldorf aufgewachsener "Elektronik-Bastler" kann ich alterbedingt auf einige Jahrzehnte der Entwicklung in der Elektronik-Branche in Düsseldorf zurückblicken. Gelegentlich denke ich melancholisch an die Zeit zurück, als ich mir die ersten Boxen bastelte. Die notwendigen Lautsprecher besorgte ich mir nach einer kurzen Fahrt mit dem Schienenbus in Düsseldorf bei "Nadler-Elektronic" für ein paar DM (Deutsche Mark, Stck./DM 10,- ?). Die Lautsprecher führten bei entsprechender Lautstärke dazu, dass gelegentlich Nachbarn bei uns klingelten ;-). Die mochten wohl keine Musik von Deep Purple, Pink Floyd, ACDC, ect. :oops: . Nadler Elektronik (später Daum (Dahms?) Elektronik) verkaufte ein breites Spektrum an Elektronikbauteilen und zudem immer wieder einmal Industrierestposten und kleine Elektronikbasteleien. Ich erinnere mich noch ein einen Klatschschalter und einen Phonoverstärker. Alle ohne Gehäuse, aber schon auf Platine gelötet. Es gab aber noch weitere Quellen für Bauteile in Düsseldorf. In Geschäften wie "Arlt", "Birklin" und "Holzinger" konnte man Bauteile bekommen. Sogar in meiner Heimatstadt (< 40.000 Einwohner) gab es zeitweise einen Bauteileladen (Fischer?). Zuletzt war meines Wissen noch die "Conrad Electronic Stores GmbH & Co. KG" in Düsseldorf übrig geblieben. Auch diese Filiale hat nun letzten September ihre Tore (für Bauteile) geschlossen. In Eurer Umgebung mag es ähnlich gelaufen sein.

Nadler.jpg
Seite aus ELEKTOR Juli/August 1975
Nadler.jpg (646.8 KiB) 338 mal betrachtet
Nadler.jpg
Seite aus ELEKTOR Juli/August 1975
Nadler.jpg (646.8 KiB) 338 mal betrachtet

Im Internetzeitalter ist das zwar eine bedauerliche, für mich wohl aber eine logische Entwicklung. Heute macht es kaum noch Sinn in die Großstadt zu fahren, um ein paar Transistoren oder Widerstände zu kaufen. Im www gibt es alles was man benötigt in einer riesigen Auswahl und weltweit. Vielleicht ist es auch umweltfreundlicher sich die Bauteile ins Haus liefern zu lassen. Aber auch im Versandhandel ist ja schon seit Langem das "große Sterben" angesagt. Völkner, wer denkt nicht an die minimalistischen Preislisten, ist in Conrad aufgegangen. Lediglich die aus alten Tagen gut bekannte Fa. Oppermann scheint noch (im geringeren Umfang) tätig zu sein.

Um so schöner, dass das Baukastenforum eine Plattform bietet auf der sich die Baukastenliebhaber austauschen können.

Weiterhin noch geruhsame (Bastel)Tage ...

Es grüßt vom Rhein
das Helferlein

Benutzeravatar
sbetamax
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 105
Registriert: 01.09.2015, 19:55
Wohnort: bei Frankfurt Main
Flag: Germany
Kontaktdaten:

Re: Das schleichende Sterben der Elektronik-Fachgeschäfte

Beitrag von sbetamax » 16.01.2020, 22:34

Hier in Nidda gab es auch mal einen Elektronik laden. Nidda hat keine 20.000 Einwohner.
Ich bin da öffters gewesen um mich mit Bauteilen zu versorgen. Er hatte auch Bausätze, Lautsprecher und was man so braucht.
Auch VC20 und C64 hatte er im Laden. Ich glaube er hat vor gut 15 Jahren aufgehört. Wir haben dann vor 6 Jahren zufällig sein Wohnhaus gekauft, er war mittlerweile verstorben. Im Keller bei uns stehen noch ein paar Regale aus seinem Laden, ist schon ab und an seltsam wenn ich davor stehe.
Gruß Stephan

Antworten

Zurück zu „Smalltalk“