UKW5.04 ohne Rauschen

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UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 04.09.2017, 20:13

Hallo liebe Foristen,

der 5.04 Pendler war immer eine schwierige Kiste, und selbst wenn man ihn mit viel Mühe zum Laufen gebracht hatte, so war der Hörgenuss im wahrsten Sinne des Wortes "berauschend". Hinzu kam der breite Störnebel, der seine nähere Umgebung auf eine harte Probe stellte.

Wenn man aber das Poti in der originalen Schaltung gaaaanz vorsichtig aus dem nicht rauschenden Betrieb knapp vor den Einsatz des Rauschens drehte, dann konnte man mit etwas Glück und Geduld sehr leise einen Sender orten. Wie aber bekommt man den Empfänger dazu, stabil in diesem Zustand zu arbeiten? Hatte ich selber keinen Schimmer, also habe ich einfach vieles ausprobiert, was ich von anderen Schaltungen kannte:

Zuerst fand ich das Einstellen über die Basis zu ungenau, da kam also ein fester Spannungsteiler wie beim 5.03 ran. Das Einstellen musste dann also über den Emitter erfolgen wie bei Jurjens Empfänger. Damit das funktionierte, entfielen aus der originalen Schaltung der 470 Ohm Widerstand und der parallele 10n Kerko. Allerdings gab es Mehrdeutigkeiten beim Empfang, d.h. ein starker Sender war bei mehreren Drehko-Stellungen zu hören. Abhilfe, brachte ein Spannungsteiler am Emitter anstelle eines einstellbaren Widerstands gegen Masse. Um die Schaltung noch etwas einfacher zu gestalten, habe ich den Spannungsteiler an der Basis weggelassen und diese direkt mit Batterie-Plus verbunden. Und da jetzt keine hochfrequente Pendelfrequenz mehr anliegt, fand ich abschließende Tiefpassfilterung auch nicht mehr notwendig. Auf jeden Fall aber wird eine starke NF-Verstärkung gebraucht, denn das Signal ist nicht gerade riesig aber dafür auch nicht mehr "berauschend".

Um diesen langen Text mal zu visualisieren, gibt es hier den Bauplan:
UKWAudion+3NF.pdf
(21.01 KiB) 152-mal heruntergeladen
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Und eine kleine Hörprobe gibt es auch dazu:
Sprachmemo 021.zip
(524.35 KiB) 120-mal heruntergeladen
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Ein paar Anmerkungen noch zum Schluss:

- Der Empfänger ist äußerst einfach in seiner Schaltung, aber keineswegs im Aufbau, hier ist große Sorgfalt von Nöten.
- Beim Abstimmen muss man ein wenig Geduld aufbringen. Das Poti dreht man soweit, bis das Rauschen gerad noch nicht einsetzt, dann sucht man einen Sender mit dem Drehko. Poti und Drehko müssen abwechselnd ein wenig nachgestellt werden, bis der Sender klar reinkommt. Das ist am Anfang ein wenig mühsam, den Dreh bekommt man aber schnell raus.
- Richtig eingestellt stört dieser Empfänger nicht mehr seine Umwelt.
- Vor allem aber stört kein Pendelrauschen mehr den Klang und das ist sehr angenehm 8)


Vielleicht hat ja mal jemand Zeit und Lust, diesen Empfänger nachzubauen. Über Rückmeldungen würde ich mich wie immer sehr freuen!


Beste Grüße ins Forum

Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 07.09.2017, 10:15

Salut Sven,

super, ich habe den neuen Vorschlag gleich auf meine Nachbauliste gesetzt. Eine Frage zuvor zum Drehko. Du nutzt die Anschlüsse 6 und 7 des Pults. Dort sind nach Handbuch die beiden Ausgänge des Zweifachdrehkos dran, während bei Dir an Anschluss 6 die Mittenanzapfung liegt. Wenn man das mit nach Handbuch verdrahtetem Schaltpult aufbaut, endet man mit zwei hintereinander geschalteten Drehkos: 2x5..180pF hintereinander führen dann zu 2,5..90pF resultierender Kapazität. Ich nehme mal an, Du willst nach wie vor 5..180pF nehmen, dann müsstest Du Anschluss 5/6 oder 5/7 nehmen - oder eben wie bisher 3/4.

Bin gespannt, wie die neue Variante funktioniert.

Viele Grüße
Frank

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 07.09.2017, 12:22

Moin Frank,
JeanLuc7 hat geschrieben:
07.09.2017, 10:15
Du nutzt die Anschlüsse 6 und 7 des Pults. Dort sind nach Handbuch die beiden Ausgänge des Zweifachdrehkos dran, während bei Dir an Anschluss 6 die Mittenanzapfung liegt. Wenn man das mit nach Handbuch verdrahtetem Schaltpult aufbaut, endet man mit zwei hintereinander geschalteten Drehkos: 2x5..180pF hintereinander führen dann zu 2,5..90pF resultierender Kapazität. Ich nehme mal an, Du willst nach wie vor 5..180pF nehmen, dann müsstest Du Anschluss 5/6 oder 5/7 nehmen - oder eben wie bisher 3/4.
es sollen natürlich die Anschlüsse 5 und 7 des Drehkos genommen werden, nur dass hier der Anschluss 5 des Drehkos mit der Pultklemme 6 verbunden werden muss. Es ist also notwendig, etwas an der Verdrahtung im Pult zu ändern (Klemme 5 und Klemme 6 tauschen), das sollte machbar sein. Da ich auf dem verbleibenden Platz links davon noch den KW-Audion 5.03 setzen möchte, hielt ich es für einfacher am Pult als auf dem Klemmbrett zu tauschen.

Einen großen Vorteil bietet der Doppeldrehko: Mit den Trimmern kann man sehr gut das obere Bandende auf Linksanschlag einstellen. Mit dem einfachen Drehko ist das Bandende bereits zwei Teilstriche vorher erreicht. Aber natürlich kann der einfache Drehko ebenfalls eingesetzt werden. Doch auch da, meine ich, Unterschiede zwischen den beiden Einfachdrehkos bemerkt zu haben. Der alte Drehko (der mit den gegenüber liegenden Anschlüssen) liefert nach meinem subjektiven Empfinden einen deutlich besseren Empfang als der neuere (der mit den nebeneinander liegenden Anschlüssen). Auch hat der alte Drehko eine passender Kennlinie, so dass sich das UKW-Band besser über die Skala verteilt. Das sind allerdings Feinheiten, denen man sich widmen kann, wenn der Empfang sauber läuft :shock: aber das macht er! Und richtig gut wird der Empfang, wenn man als Antenne ca. 2m Draht an die Leitung von Klemme 6 zum 100uF Elko packt, muss mal ein paar Bilder machen.

Bin auch schon gespannt, wie es bei Dir funktioniert!

Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 07.09.2017, 21:47

Guten Abend,

habe nochmal meinen Aufbau ein wenig umgerüstet und für die NF die Gegentakt-Stufe 1.03 spendiert. Bin mit dem Klang und der Lautstärke jetzt sehr zufrieden. Hier mal zwei Bilder (bin leider kein guter Photograph):
UKWAudionmitGegentakt.jpg
Der komplette Aufbau
UKWAudionmitGegentakt.jpg (165.71 KiB) 8640 mal betrachtet
UKWAudionmitGegentakt.jpg
Der komplette Aufbau
UKWAudionmitGegentakt.jpg (165.71 KiB) 8640 mal betrachtet
UKWAudion.jpg
Der minimalistische HF-Teil
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UKWAudion.jpg
Der minimalistische HF-Teil
UKWAudion.jpg (144.11 KiB) 8640 mal betrachtet

Einen Bauplan werde ich noch nachliefern, bin im Moment ein wenig knapp an Zeit :shock:


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 07.09.2017, 22:17

Hi Sven,

sieht gut aus! wofür dient diese eine Wicklung auf dem Ferritkern? Nur zur Zugentlastung, oder bewirkt das etwas?

Viele Grüße, Frank

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 07.09.2017, 22:25

Hallo Frank,

Du liegst mit Deiner Vermutung genau richtg: Es ist einfach nur eine Zugentlastung für den langen Draht, der als Antenne dient.

Die Anbindung der Antenne ist auch bei diesem Empfänger eine echte Herausforderung, mal sehen, was da noch geht. Vorschläge sind gern willkommen!

Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 07.09.2017, 22:26

Was meinst Du - ist das Signal gut genug, um es einem einfachen Stereodecoder zuzuführen? Ich hab hier noch zwei alte MC1310 liegen...

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 07.09.2017, 23:00

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt, aber dafür müsste der Kleine ja das Signal bis 53 kHz rausschmeißen. Ich wäre schon froh, wenn erstmal der 19 kHz Pilotton sauber erkannt wird.
Im Augenblick höre ich mdr-Sachsen-Anhalt, völlig sauber. Eigentlich müsste das klappen. Allerdings ist das NF-Signal nicht gerade stark und muss kräftig verstärkt werden. Was braucht der MC1310 denn für einen Eingangspegel?

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 07.09.2017, 23:03

Schau mal hier. Da ist auch die einfache Außenbeschaltung zu sehen, Da das so einfach ist, denke ich, es lohnt sich, das mal auszuprobieren. Zudem habe ich hier jetzt zwei von Manfreds halben Pulten liegen, mit Lautsprecher auf der linken Seite...

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 07.09.2017, 23:12

Na dann bin ich mal gespannt, ob Du ein Stereo-Signal rauskitzeln kannst 8)

Aber ein Mono-Signal ist auch schon eine Herausforderung!

Viel Erfolg! Lege mich jetzt in die Horizontale.

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 09.09.2017, 14:45

Hallo zusammen,

das Schöne an den Bastelprojekten ist es, dass man eigentlich nie damit fertig wird. Der UKW-Empfänger funktioniert zwar prima, aber der Klang war noch nicht so umwerfend. Und da lag es nahe, doch mal den Gegentaktverstärker 1.03 auszuprobieren. Eine einfache Versärkerstufe noch davorgeschaltet und fertg. Ein Photo von dem Aufbau hatte ich ja schon hochgeladen, was fehlte, war noch der Bauplan:

UKWAudion+Gegentakt.pdf
(23.65 KiB) 92-mal heruntergeladen
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Eine kleine Änderung zum Original ist der 10 nF Kerko parallel zum 22 k Widerstand, dadurch wird der Klang etwas kräftiger. Vorher war er doch ein wenig zu höhenbetont. Wer möchte, kann die Kapazität auch ruhig noch weiter erhöhen, das ist Geschmackssache. Oder aber den Kondensator über ein Poti in Reihe einschleifen, man hätte damit eine einfache Klangregelung.

Mit dem richtigen Antennenanschluss kann man noch eine Menge rausholen. Als bislang optimal hat sich ein Dipol in Form zweier 75 cm langen Drähte herauskristallisiert, die wie hier zusehen angebracht sind:

Antenne.jpg
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Viel Spaß beim Nachbau!

Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 12.09.2017, 16:27

Salut Sven,

ich habe das Radio jetzt nachgebaut und muss zugeben, ich bin bass erstaunt von der Qualität, die aus den wenigen Bauteilen herauszuholen ist. Ich muss zugeben, dass ich zwei Antennendrähten, die Du einfach an den (gesiebten) Pluspol anschließt, nicht sher getraut habe, aber der UKW-Empfang kann sich auf jeden Fall mit dem FET-Empfänger aus EE2013 messen.

Ich habe den Empfänger zusammen mit zwei Gegentaktverstärkern 1.05 (aus EE2004, allerdings ohne die Vorstufe mit Klangregelung) aufgebaut - da kommt man endlich mal dazu, den Vorrat an blauen Trafos anzubrechen ;-) Das ganze nimmt drei Bauplatten ein, und dank der neuen 3D-Druck-Pulte von Manfred kommt dabei ein ganz passabler Aufbau heraus. Ich werde aber wohl noch eine weitere Vorverstärkerstufe einbauen, der Empfang ist noch recht leise.

Jetzt warte ich noch auf das Eintreffen der MC1310-IC's (mein altes war leider defekt), dann schauen wir mal, ob man dem Gerät auch noch Stereoempfang entlocken kann.

VIele Grüße
Frank
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 12.09.2017, 18:17

Kleiner Nachtrag: Nachdem ich jetzt ein wenig mit dem Radio gespielt habe, merkte ich, dass die Sender sich hauptsächlich auf den linken Teil der Skala verzteilen - rechts war nichts, und es begann dann auch zu lärmen. Nun ist die Kapazitätsvariation ja ohnehin sehr verkürzt - sie reicht gerade einmal von 3..9pF. Wenn man nun einen weiteren 22pF-Kondensator dazuschaltet, dehnt das das Band auf die gesamte Breite des Drehko, und man kann die Sender besser einstellen; es wird dann nur zwischen 3 und 6,5pF abgestimmt.

Im übrigen macht die eine zusätzliche Verstärkerstufe (jene, die sich bei Svens Plan direkt dem BF494 anschließt) den Empfang nochmal besser, weil sie weniger belastet als ein direkt angehängtes Poti.

Bin begeistert. So hätte das damals beim 5.04 schon aussehen dürfen, es kommen ja nur Bauteile aus EE2003 zum Einsatz. Die Masseleitung ist allerdings besser verlegt als beim Originalplan, und wir wissen ja bereits, wie wichtig das sein kann.

Viele Grüße
Frank
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 12.09.2017, 21:33

Moin Frank,

freut mich riesig, dass Du die Schaltung gleich (natürlich auf Deine Weise) nachgebaut hast. Und noch mehr freut es mich, dass Du auch einen vernünftigen Empfang erzielen konntest. Die Bilder von Deinem Aufbau sind Klasse, drei Platten nebeneinander mit dem "halben" Pult von Manfred sind geradezu ideal für den Entwurf eines Stereo-Empfängers. Da bin ich schon gespannt auf die nächsten Schritte!

Zu Deinen Ausführungen habe ich noch ein paar Anmerkungen/Fragen:
JeanLuc7 hat geschrieben:
12.09.2017, 16:27
Ich muss zugeben, dass ich zwei Antennendrähten, die Du einfach an den (gesiebten) Pluspol anschließt, nicht sher getraut habe,
Ich auch nicht, aber Versuch macht klug :lol:
JeanLuc7 hat geschrieben:
12.09.2017, 18:17
Nachdem ich jetzt ein wenig mit dem Radio gespielt habe, merkte ich, dass die Sender sich hauptsächlich auf den linken Teil der Skala verzteilen - rechts war nichts,
Welchen Drehko hast Du denn verbaut? Hört sich so an, als wäre es der neue aus den 2003-Kästen mit den Anschlüssen auf einer Seite. Beim alten Drehko aus der 1000er Serie mit den Anschlüssen auf den gegenüberliegenden Seiten verteilen sich die Sender deutlich besser. Ähnlich verhält sich der Doppeldrehko, hier kann man aber zusätzlich noch den Linksanschlag also das obere Bandende über den Trimmer einstellen.
JeanLuc7 hat geschrieben:
12.09.2017, 18:17
rechts war nichts, und es begann dann auch zu lärmen.
Was meinst Du genau mit "lärmen"? Wenn Du damit meinst, dass der Empfang stark verzerrt wird, muss vielleicht einfach nur das Trimmpoti nachgestellt werden. Die ideale Poti-Stellung befindet sich über das gesamte Band woanders, in der Bandmitte weiter nach links (also zum Pluspol hin), an den Bandenden weiter nach rechts zum Minuspol. Zusätzlich besteht noch die Abhängkeit von der Senderstärke, so dass die Einstellung des Potis für einen sauberen Empfang von höchster Bedeutung ist, also eine absolute Millimeterarbeit. Das soll bitte nicht als Belehrung sondern als guter Rat gemeint sein :!:
JeanLuc7 hat geschrieben:
12.09.2017, 18:17
Die Masseleitung ist allerdings besser verlegt als beim Originalplan, und wir wissen ja bereits, wie wichtig das sein kann.
Meintest Du den Originalplan von Philips oder von pingi66?

Freue mich auf einen weiteren Gedankenaustausch!
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 13.09.2017, 17:29

Salut Sven,

Ich schau mir das nochmal an. Ich war von der Qualität des Empfangs auf der linken Seite so angetan, dass mir die rechte Seite des Drehkos erst mal egal war. Außerdem hat der Verkürzungskondensator den Vorteil, dass man die Sender leichter einstellen kann - das war vorher nämlich auch Millimeterarbeit. Ich hab deinen Tipp übrigens befolgt: der Drehko ist einer der EE1003-Bauart, also der mit Kunststoffeghäuse und Puns an den gegenüberliegenden Seiten.

Mit "Lärmen" meine ich ein Rückkopplungspfeifen ca 400-600Hz und recht laut.

Mein Hinweis auf die Masseleitung bezog sich auf die Originalverdrahtungspläne. Das ist beim 5.04 ein Problem - noch ärger ist es aber beim alten 5.06, der für Störgeräusche notorisch bekannt ist. Dass es auch besser geht, zeigen die Super mit den neuen Spulen. Aber auch die modifizierten Aufbauten im anderen Thread sind da um Meilen besser und betriebssicherer.

Viele Grüße,
Frank

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 16.10.2017, 22:16

Guten Abend ins Forum,

die letzten Wochen und Monate gab es nur wenig Zeit zum Basteln, es folgte ein runder Geburtstag nach dem anderen. Auch sowas kann ganz schön anstrengend sein :shock:
Jetzt hatte der letzte in der Reihe die 50 erreicht und es kehrte wieder Normalität ein, man konnte sich nun seinen Hobbies widmen. Also ran an den UKW-Aufbau und mal sehen, was man noch verbessern konnte. Und da fiel gleich beim ersten Einschalten der nervös einzustellende Emitterstrom des roten Transistors auf. Den Emitter über einen Spannungsteiler zwischen Batterie Plus und Minus zu versorgen schien wohl doch nicht die beste Lösung zu sein, wie ich zuerst angenommen hatte. Nachdem ich ein paar Widerstände am Emitter durchprobiert und darüber die Spannung gemessen hatte, fiel folgendes auf: der Emitterstrom für den besten Empfang lag bei ca. 30 µA bei 93 - 96 MHz und stieg zu den Bandenden hin auf 45 µA bei 108 MHz und 35 µA bei 88 MHz. Das mochte wahrscheinlich von Transistor zu Transistor unterschiedlich sein, aber die Größenordnung war entscheidend. Da die Basis des Transistor an Batterie Plus lag und über die BE-Strecke ca. 0,7 V abfielen, ergab sich für den Emitterwiderstand somit folgende Rechnung:

Bei Batteriespannung 9 V:

Rmax = (9 V - 0,7 V) / 30 µA = 277 kOhm

Rmin = (9 V - 0,7 V) / 45 µA = 185 kOhm

Zwischen Rmin und Rmax lagen also 92 kOhm, das ging schonmal nicht mit einem 50 k Poti, ein 100 k Poti mit Vorwiderstand hätte aber funktioniert.

Leider kam noch folgendes Problem hinzu: Ein Absinken der Batteriespannung auf z.B. 7 V würde für

Rmin = (7 V - 0,7 V) / 45 µA = 140 kOhm

ergeben, somit hätte man den Vorwiderstand mit sinkender Batteriespannung verringern müssen. Alles sehr umständlich!


Was lag also näher als die Emitterspannung zu stabilisieren? Und womit? Es gab ja noch die 3 BA217 Dioden! Mit einem Vorwiderstand bestromt, ergaben sie fast genau 2 V und die Schwankungen lagen bei Batteriespannungen von 7 - 9 V in der zweiten Nachkommastelle. Er ergab sich:

Rmax = (2 V - 0,7 V) / 30 µA = 44 kOhm

Rmin = (2 V - 0,7 V) / 45 µA = 29 kOhm

Ein 15 k Widerstand noch in Reihe zu dem 50 k Poti und man konnte den Empfänger jetzt gut einstellen.


Das Poti ist übrigens noch ins Schaltpult gewandert. das Einstellen auf dem Board war einfach nicht sehr komfortabel.


Ein Tipp noch:
Es macht hier durchaus Sinn in ein qualitativ hochwertiges Poti vielleicht auch 5-Gang- oder 10-Gang.Poti zu investieren, denn ein präzises Einstellen des Emitterstroms ist für einen sauberen Empfang unabdingbar!


Der Bauplan sieht jetzt so aus:
UKWAudion+Stabi+3NF.pdf
(20.45 KiB) 84-mal heruntergeladen
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Wer den Empfänger mit dem Gegentaktverstärker paaren möchte:
UKWAudion+Stabi+Gegentakt.pdf
(22.6 KiB) 75-mal heruntergeladen
UKWAudion+Stabi+Gegentakt.pdf
(22.6 KiB) 75-mal heruntergeladen

Hallo Frank,

wollte mal nachfragen, ob Du schon weiter gekommen bist?
JeanLuc7 hat geschrieben:
12.09.2017, 16:27
Jetzt warte ich noch auf das Eintreffen der MC1310-IC's (mein altes war leider defekt), dann schauen wir mal, ob man dem Gerät auch noch Stereoempfang entlocken kann.


Beste Grüße ins Forum
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 17.10.2017, 10:53

Salut Sven und alle,

mir erging es in den letzten Wochen ganz ähnlich: ein Urlaubstag auf Kreta reihte sich an den nächsten, und daher blieb der UKW-Empfänger eine Weile liegen. Ich hatte aber noch Zeit, das MC1310 auf eine eigene kleine Platine zu verfrachten, wo es nach einem Abgleich auch sauber den Eingang auf zwei Kanäle verteilt- allerdings findet es keinerlei Stereosignale in dem decodierten Signal.

Ich habe daher noch zwei weitere Platinen erstellt - eine mit dem TDA7000 und eine mit dem TDA7021. Wem das bekannt vorkommt, der hat Recht. Der TDA7000 kam im "UKW/Stereo Lab 6301" zum Einsatz, und ich hatte bereits einmal eine Variante davon nachgebaut. Gleiches gilt für den TDA7021, auch dafür gibt es bereits eine Platine, die auch bereits einen Stereo-Decoder TDA7040 an Bord hat. Die beiden neuen Platinen arbeiten aber nicht mit einer Kapazitätsdiode und einer Abstimmung per Poti, sondern sie greifen auf einen gewöhnlichen Drehkondensator zurück. Beide will ich noch gegen den MC1310 testen - es besteht ja schließlich auch die Chance, dass im Zusammenspiel zwischen UKW-Empfänger und MC1310 noch etwas verbesserungswürdig ist. Zumindest mit dem TDA7021 sollte nämlich Stereoempfang möglich sein.

Deine Anpassung nehme ich einmal mit in meine Schaltung auf. Wenn ich es richtig verstehe, ist aber der benötigte Emitterstrom nach wie vor von der empfangenen Frequenz abhängig? Man muss also nachregeln? Das hat ja auch noch Potenzial für eine Optimierung :-)

Viele Grüße
JL7/Frank

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 17.10.2017, 12:42

Hallo Frank und alle,
JeanLuc7 hat geschrieben:
17.10.2017, 10:53
Wenn ich es richtig verstehe, ist aber der benötigte Emitterstrom nach wie vor von der empfangenen Frequenz abhängig? Man muss also nachregeln? Das hat ja auch noch Potenzial für eine Optimierung :-)
Das ist leider so :cry: Und der richtige, also für den besten Empfang richtige, Emitterstrom ist zusätzlich auch noch von der Stärke des Senders abhängig. Solltest Du da irgendeine Idee der Verbesserung haben, lass es uns bitte wissen. Mir ist dazu leider nichts mehr eingefallen, aber manchmal möchte man einfach nur über dem Klo eine Armbanduhr aufhängen und dann...

Mal noch ein blöde Frage zum Schluss:

Hast Du zwischen Empfänger und MC1310 noch eine einfache Verstärkerstufe gesetzt, die das MPX-Signal verstärkt?

Auf dem letzten Foto Deines Aufbau war keine vorhanden. Meine Befürchtung ist, dass der 19 kHz Pilotton sonst zu schwach ist.


Beste Grüße und weiterhin viel Spaß beim Basteln!
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 17.10.2017, 13:45

Salut Sven,
Hast Du zwischen Empfänger und MC1310 noch eine einfache Verstärkerstufe gesetzt, die das MPX-Signal verstärkt?
Ja, habe ich gemacht. Ich hänge heute Abend noch mal ein Foto des aktuellen Aufbaus an. Es ist eine einfache Verstärkerstufe mit nachgeschaltetem 60kHz-Tiefpass - angeblich kommt der MC1310 nicht mit hohen Frequenzresten klar. Er tut aber gar nichts, egal ob mit oder ohne Tiefpass.

Viele Grüße,
Frank

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 18.10.2017, 14:40

Salut Sven,

hier kommen noch drei Bilder vom aktuellen Stand. Deine letzten Modifikationen habe ich noch nicht nachgezogen, das kommt am Wochenende.

Ich habe noch einmal über eine optimierte Regelung nachgedacht. Der Charme dieser neuen Schaltung besteht ja vor allem darin, dass sie so bestechend einfach und simpel ist: drei Widerstände, zwei Spulen und drei Kondensatoren. Und dass sie glasklaren Empfang liefert, den ich so weder beim 5.04 noch seinem Nachfolger, dem 4.6.1 aus EE2013 erzielen konnte. Von daher denke ich, man sollte das Teil so lassen und mit der Regelung leben, wie sie ist. Statt der drei BA217/1N4148 werde ich wohl eine einzelne Z-Diode für die Stabilisierung nehmen und dann wie Du das Poti ins Schaltpult zurückbauen, wobei dann gleichzeitig der zweite Gegentaktverstärker mit dem MC1310 wegfallen wird - er macht ja ohne Stereosignal keinen Sinn.

Im übrigen zeigt sich auch hier wieder: Philips-Radios betreibt man mit Batterien. Ich habe die meisten meiner Schaltpults inzwischen mit Step-Down-Reglern ausgestattet - steckt man ein 12V-Netzteil an, dann erhält man geregelte 9V/5V und manchmal auch noch 3,3V statt der Batteriespannung. Aber diese Netzteile stören den Empfang - nur mit Batterien ist der Empfang auf MW und UKW einwandfrei. Ich nutze dazu inzwischen 6-fach-Batteriehalter für AA-Zellen (wie beim EE1003) - die kann man recht gut unterhalb des Schaltpults fixieren. Deshalb sieht man bei meinen Bildern nie Batterien - und deren Masse greife ich am freigewordenen Pin 18 ab.

Viele Grüße
Frank/JL7
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UKW-Teil mit Verstärker.JPG
Hier nochmal im Detail der UKW-Teil, diesmal mit einfachem Vorverstärker
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Hier nochmal im Detail der UKW-Teil, diesmal mit einfachem Vorverstärker
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MC1310.JPG
Die Platine für den MC1310. Das Poti dient zum Abgleich - und nachdem ich das einmal gemacht habe, würde ich jetzt zu einem Gangpoti greifen, denn das ist wirklich Feinarbeit...
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MC1310.JPG
Die Platine für den MC1310. Das Poti dient zum Abgleich - und nachdem ich das einmal gemacht habe, würde ich jetzt zu einem Gangpoti greifen, denn das ist wirklich Feinarbeit...
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Gesamtansicht II.JPG
Gesamtansicht des Aufbaus. Der linke Teil mit dem neuen Schaltpult wird dann später wegfallen.
Gesamtansicht II.JPG (477.55 KiB) 8326 mal betrachtet
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 18.10.2017, 20:03

Hallo Frank,

schade, dass Du keinen Erfolg mit dem Stereoempfang hattest. Warum es nicht geklappt hat, kann man nur vermuten. Meine Vermutung ist, dass es an der Flankendemodulation des Empfängers liegt. Möglich, dass es nicht gelingt, den Sender so auf die Flanke zu bringen, dass auch die höheren Frequenzen sauber durchkommen. Dazu müsste man die Flanke breiter machen, danit würde man aber an Empfindlichkeit bzw. Pegel verlieren. Alles Spekulation, Wissen sieht anders aus. Genial wäre hier ein Spektrumanalyzer, der den NF-Bereich bis 60 KHz scannt - aber wer hat sowas schon...

Wer hier noch ein paar Spekulationen anmerken möchte, ist hier gern zu einer Diskussion eingeladen :!:

Ich denke, ich werde mir auch einen (oder besser gleich ein paar) MC1310 zulegen, in der Bucht gibt es da einige erschwingliche Angebote. Möchte das einfach mal selber erforschen :idea:

Im Datenblatt des MC1310 ist eine untere Betriebsspannung von 8 V angegeben, hast Du damit Erfahrungen gemacht? Frage deswegen, weil es mit 6 AA-Zellen schnell eng werden kann.

Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 19.10.2017, 22:28

Guten Abend ins Forum,

auf der Suche nach einem NF-Analyzer, um das Spektrum des MPX-Signals meines UKW-Empfängers zu erforschen, habe ich heute Rat bei einem alterfahrenen Kollegen gesucht, der mir den Tipp gegeben hat, dass man dafür doch gar keine besondere Hardware benötige, das schaffe die Soundkarte des Rechners mit einer entsprechenden Freeware. Das Programm Spectrum Lab hat er mir aus eigener Erfahrung empfohlen. Herunterladen kann man es unter folgendem Link:

http://www.qsl.net/dl4yhf/spectra1.html

Die Installation ist in wenigen Sekunden erledigt und die Bedienung ist relativ eingänglich.


Somit, so dachte ich, könnte ich ja einfach das MPX-Signal von meinem Empfänger mit einer 3,5er Klinke auskoppeln und über den Microphon-Eingang am Laptop einspeisen und sofort erkennen, ob ein 19 kHz Piliotton auber kommt oder nicht. Und da kam das böse Erwachen: Mein Laptop hat gar keinen Mic-Eingang sondern nur ein fest eingebautes Microphon. :shock:

Naja, mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Das Programm jedenfalls bleibt installiert, es scheint noch jede Menge Möglichkeiten zu bieten.


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 21.10.2017, 18:07

sollte die FFT Funktion von modernen Digital Oszis nicht ausreichen fuer deine Versuche? Z.B. https://www.amazon.com/Oscilloscope-Lon ... +analyzer

liebe Gruesse
Michael
:oops: Selbst ein schlechtes Experiment bildet die Wirklichkeit besser ab als eine gute Simulation.

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 21.10.2017, 20:15

Servus Michael,

das wäre mehr als ausreichend! Vielen Dank für den Tipp! Ist schon erstaunlich, was diese kleinen Dinger leisten. Werde aber mal nach EU-Angeboten schauen :lol:

Vorher werde ich es aber nochmal mit meinem Laptop versuchen. Muss zu meiner Schande gestehen, dass ich auch da wieder falsch lag: Es gib sehr wohl einen Microphon-Eingang, er liegt auf derselben Buchse wie der Kopfhörer-Ausgang - nach CTIA-Standard. Schon wieder was gelernt... Mal schauen, welcher Adapter dafür passt :!:

Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 22.10.2017, 03:42

:oops: Selbst ein schlechtes Experiment bildet die Wirklichkeit besser ab als eine gute Simulation.

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 22.10.2017, 12:12

Hallo Michael,

vielen Dank auch für diese Links. Den CTIA-Adapter habe ich mir jetzt bestellt, mal sehen, wie es dann weiter geht.

Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von JeanLuc7 » 22.10.2017, 15:27

Salut,

ich habe heute ein wenig mit dem UKW-Pendler und einigen Messgeräten (Oszi, digitaler Signalgenerator) herumgespielt. Unter anderem habe ich einen NE567 PLL-Decoder eingesetzt - der zeigt beim TDA7000 sehr schön das Vorhandensein des 19kHz-Pilottons an. Bei unserem Pendler - nichts. Nun ist die Ausgangsspannung zwar recht niedrig, aber der NE567 kommt auch noch mit 20mV klar. Der Pilotton kommt bei mir schlicht und einfach nicht rüber. Ich baue das Radio jetzt mal in eine Monoversion um. Es ist ja auch so ein schönes Gerät.

Viele Grüße

Frank/JL7

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 22.10.2017, 19:48

Habt ihr vielleicht einen Schaltplan von den Versionen? Ich würde anbieten von den einzelnen Teilen eine LTSpice Simulation zu bauen.

liebe Gruesse
Michael
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 22.10.2017, 20:36

Hi Michael,

finde Dein Angebot klasse und nehme es auch gern an, muss aber eine Einschränkung machen:

Ich besitze keinerlei graphische Progamme, mit denen man Schaltbilder erstellen kann :roll:

Was ich Dir anbieten kann, ist eine saubere Zeichnung mit Bleistift oder Kugelschreiber auf Kästchenpapier.


Wenn das in Ordnung ist, würde ich mich morgen mal an die Arbeit machen. Durch den Zeitversatz habe ich ja den ganzen Abend Zeit :lol:


Zur Zeit habe ich als erste NF-Stufe einen Emitterfolger davorgeschaltet, dadurch kommen jetzt die tieferen Frequenzen besser durch. Die haben im Klangbild vorher etwas gefehlt.

JeanLuc7 hat geschrieben:
22.10.2017, 15:27
Ich baue das Radio jetzt mal in eine Monoversion um. Es ist ja auch so ein schönes Gerät.
Dem kann ich nur zustimmen!


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 23.10.2017, 02:14

Handzeichnung ist voll ok

liebe Gruesse
Michael
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen, aber mit 19 kHz Pilotton!

Beitrag von pingi66 » 23.10.2017, 17:43

Hallo ins Forum,

bereits heute hatte ich den CTIA-Adapter im Kasten und musste ihn natürlich gleich ausprobieren:
Den Adapter eingestöpselt, die beiden entsprechenden Verbindungen (Ground und Mikro-Eingang) über einen Kondensator zur Entkopplung hinter der ersten NF-Stufe mit dem Aufbau verbunden, den Empfänger eingeschaltet, einen starken Sender sauber eingestellt und die Messung mit dem Spec-Lab gestartet.

Die Spannung stieg! Trommelwirbel! Und...

...Kein Pilotton messbar :cry: Irgendwie stimmte etwas mit den Einstellungen von meinem Mikro-Eingang nicht. Nach einigem Suchen hatte ich es dann gefunden: In den Eigenschaften vom Mikro war die Soundverbesserung "Richtcharakteristik" gesetzt. Das Häkchen schnell entfernt und schon kam der Sender in voller Pracht

Radio_SAW_101.4MHz.png
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Radio_SAW_101.4MHz.png
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Die NF ist hier sehr schön zu erkennen und der Pilotton ist nicht zu übersehen :!: Eigentlich müsste es zur Stereo-Erkennung genügen.

Sehr schade ist aber, dass meine Soundkarte nur bis 48 kbit abtastet, somit kann ich nur bis max. 24 kHz messen, sehe also den Rest bis 53 kHz nicht mehr.

Frank, was meinst Du? Baust Du doch noch nicht auf Mono um? 8)


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 23.10.2017, 23:24

Gratulation! wo hast du das Signal abgegriffen? Direkt vor dem Decoder?

liebe Gruesse
Michael
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 24.10.2017, 00:05

Hallo Michael,

habe das Signal nach der ersten NF-Stufe über einen Kondensator abgegriffen. Einen Decoder habe ich leider (noch) nicht, muss mir wohl langsam mal einen zulegen. Frank hat ja seinen Decoder auch nach der ersten NF-Stufe angeschlossen, dieser hat aber kein Stereosignal angezeigt. Möglich, dass selbst die erste NF-Stufe noch zu wenig Pegel bringt, reine Vermutung. Der bei meiner Messung gezeigte Pegel vom Pilotton liegt bei -25 dB, leider weiß ich nicht, wovon ich 25 dB abziehen soll.

Bin heute nicht zum Zeichnen gekommen, wird aber nachgereicht.

Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 24.10.2017, 04:27

:oops: Selbst ein schlechtes Experiment bildet die Wirklichkeit besser ab als eine gute Simulation.

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 24.10.2017, 21:04

Hallo Michael,

danke Dir für den Hinweis, hatte ich mir schon durchgelesen. Das Problem ist (so sehe ich es jedenfalls), dass man, um einen absoluten Pegel bestimmen zu können, vorher auf einen Referenzpegel, den man kennt, eingestellt hat. Habe keinen Generator, mal sehen, was einem einfällt.

Du hattest ja mal angeboten, LT-Spice drüberlaufen zu lassen, hier ist der Schaltplan auf feinsten Kästchenpapier:

UKW_Audion_Schaltplan_01.jpg
UKW_Audion_Schaltplan_01.jpg (264.82 KiB) 8149 mal betrachtet
UKW_Audion_Schaltplan_01.jpg
UKW_Audion_Schaltplan_01.jpg (264.82 KiB) 8149 mal betrachtet

Die Schaltung ist hier so aufgezeichnet, wie sie am heutigen Abend aufgebaut ist. Im Gegensatz zu den vorherigen Bauplänen dient für die erste NF-Verstärkung eine Darlingtonstufe. Sieht ein wenig seltsam aus, funktioniert aber ausgezeichnet :!:

Ich hoffe, Du kannst alles erkennen :shock:

Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 24.10.2017, 21:10

Ich ärgere mich gerade schwarz!

Kaum hochgeladen, schon findet man einen Fehler:

Die Rückkopplung, die mit dem 22k Widerstand und dem 22nF Kondensator vom 100µF Kondensator am Lautsprecher zur Basis des untersten BC238 geht, muss natürlich an dessen Kollektor :oops: So ein Gammel!

Werde demnächst eine Korrektur senden...


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 25.10.2017, 05:00

Ich habe mal mit dem Pendler angefangen - aber wie gross sind die Induktivitaeten? Ich bin mir nicht sicher ob das uH or pH sind :)

liebe Gruesse
Michael
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 25.10.2017, 07:33

Guten Morgen Michael,

die Angaben sind alle in µH.

Kleine Spule im Schwingkreis: L1 = 0,2 µH

Große Spule am Emitter: L2 = 4 µH


Ein kleiner Hinweis noch:
Mit L1 = 0,2 µH und den Schwingkreiskapazitäten von (rein rechnerisch) 3,33 pF - 9,47 pF erschlägt man den Frequenzbereich von ca. 115 MHz -196 MHz, was ja nicht so richtig in das UKW-Rundfunkband passt. Da helfen noch die Schaltungs-Kapazitäten, da allerdings im Schaltplan nicht eingezeichnet sind. Wenn man die so mit ca. 7 pF annimmt, kommt man auf rund 10,5 pF - 16,5 pF, was dann schon deutlich besser passt 8) .


Die Korrektur vom Schaltplan liefere ich heute Abend nach!


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 25.10.2017, 17:37

Ist die Zeichnung noch so klein, radiert muss sein!


Hier der korrigierte Schaltplan und diesmal auch in besserer Qualität:

UKW_Audion_Schaltplan_02.jpg
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UKW_Audion_Schaltplan_02.jpg
UKW_Audion_Schaltplan_02.jpg (619.57 KiB) 8097 mal betrachtet

Ich denke, jetzt ist alles gut zu erkennen und hoffentlich ohne Fehler :roll:


Michael, ich wünsche Dir viel Spaß beim LT-Spice! Bin schon gespannt auf Deine Ergebnisse.


Was mich schon nicht los lässt, seitdem der erste Laut aus diesem Empfänger ertönte, ist die Frage, warum damit überhaupt ein UKW-Empfang, also eine Frequenzdemodulation möglich ist. Nach meiner Meinung handelt es sich doch hier gar nicht mehr um einen Pendler. Es ist auch weder ein Pendelrauschen zu hören noch sendet er Störungen aus. Hat da jemand eine Theorie? :idea:


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 25.10.2017, 17:42

wo wird denn die Antenne angeschlossen?

liebe Grüße
Michael
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 25.10.2017, 18:19

Hallo Michael,

bei mir habe ich jeweils einen 75cm Draht an die Basis des BF194 (weiß) und an den Einspeisepunkt zum Schwingkreis (blau) geklemmt. Brachte nach vielem Rumprobieren die besten Ergebnisse:

Antenne.jpg
Antenne.jpg (123.6 KiB) 8087 mal betrachtet
Antenne.jpg
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Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 25.10.2017, 22:49

Der Pendler ist etwas schwierig zu simulieren - aber hier mal der Verstärker. Bitte prüft ob ich alles richtig übertragen habe.
verstaerker_v01.png
verstaerker_v01.png (133.04 KiB) 8063 mal betrachtet
verstaerker_v01.png
verstaerker_v01.png (133.04 KiB) 8063 mal betrachtet
was mir am Resultat auffällt - bei 18kHZ ist die Verstärkung eher mau.
verstaerker_v01_resultat_stufe1.png
verstaerker_v01_resultat_stufe1.png (169.42 KiB) 8065 mal betrachtet
verstaerker_v01_resultat_stufe1.png
verstaerker_v01_resultat_stufe1.png (169.42 KiB) 8065 mal betrachtet
liebe Grüße
Michael
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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 25.10.2017, 23:27

Hallo Michael,

Du hast alles richtig übertragen. Aber was nützt das, wenn meine Vorlage fehlerhaft ist - ich versinke hier gleich in einem Erdloch...

C5 gehört nicht an die Basis von Q3 sondern an die Basis von Q4.

Ich hoffe, es ist der letzte Bockmist, den ich hier verzapft habe!


Einen Bockmist, so meine ich, habe ich aber auch bei Dir entdeckt:

Du speist die NF-Quelle AC1 nicht über den 4,7 µF Elko ein (der fehlt völlig), sondern über den Kollektor von Q1. Das ist bestimmt so nicht gewollt 8)


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 25.10.2017, 23:43

<fontsize=72> :oops: </>

blöder Fehler
doppelt blöd weil ohne Kondensator in der Simulation dann der Arbeitspunkt von Q1 nicht stimmt
besser so?
verstaerker_v03.png
verstaerker_v03.png (134.49 KiB) 8056 mal betrachtet
verstaerker_v03.png
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:oops: Selbst ein schlechtes Experiment bildet die Wirklichkeit besser ab als eine gute Simulation.

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 25.10.2017, 23:51

Nun ist es traumhaft schön :lol:

Bin gespannt, wie die Kurven jetzt ausschauen!

Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 26.10.2017, 00:19

keine grosse Aenderung fuer den Frequenzgang
verstaerker_v03_resultat_stufe1.png
verstaerker_v03_resultat_stufe1.png (164.91 KiB) 8053 mal betrachtet
verstaerker_v03_resultat_stufe1.png
verstaerker_v03_resultat_stufe1.png (164.91 KiB) 8053 mal betrachtet
verstaerker_v03_resultat_stufe2.png
verstaerker_v03_resultat_stufe2.png (169.78 KiB) 8053 mal betrachtet
verstaerker_v03_resultat_stufe2.png
verstaerker_v03_resultat_stufe2.png (169.78 KiB) 8053 mal betrachtet
hier mal nur fuer 18kHz gerechnet. Wenn ich mit 1uV reingehe, kommen etwa 0.4mV Amplitude raus. Ob das genug ist für den Decoder?
verstaerker_v03_resultat_stufe2_18khz.png
verstaerker_v03_resultat_stufe2_18khz.png (187.87 KiB) 8053 mal betrachtet
verstaerker_v03_resultat_stufe2_18khz.png
verstaerker_v03_resultat_stufe2_18khz.png (187.87 KiB) 8053 mal betrachtet
:oops: Selbst ein schlechtes Experiment bildet die Wirklichkeit besser ab als eine gute Simulation.

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 26.10.2017, 21:06

Hallo Michael,

die Kurven sehen doch super aus, fast genau so wie sie sein sollen.
Leider kommen die tiefen Frequenzen ein wenig zu dünn rüber, da müsste man noch ein wenig an den Koppelkondensatoren (C3 und C4) drehen (erhöhen). C3 (100 nF) bildet mit dem Lautstärkepoti (10 k) zusammen einen Hochpass mit der Eckfrequez von 160 Hz. Ich habe C3 durch eine Drahtbrücke ersetzt, einen großen Unterschied konnte ich nicht heraushören, aber vielleicht bringt die Simulation ja Licht ins Dunkle. Auch C4 kann man erhöhen, um die tiefen Frequenzen besser durchzutragen.
Dass die Verstärkung zu hohen Frequenzen abnimmt, ist so gewollt, denn bei den UKW-Sendern werden die hohen Frequenzen mit einer Eckfrequenz von 3,18 kHz (50 µs) verstärkt aufmoduliert (Pre-Emphasis). Das muss im Empfänger wieder kompensiert werden (De-Emphasis) und geschieht hier durch den 22 nF Kondensator C7 in der Rückkopplung der Endstufe. Dieser Kondensator ist in der originalen Schaltung 1.03 nicht vorhanden, ich habe ihn nach Gehör eingesetzt, wie mir der Klang am angenehmsten erschien. Mein Gehör scheint die schrillen Töne nicht zu mögen, denn die Kurve zeigt deutlich, dass die Eckfrequenz zu tief angesetzt ist. Ich denke, wenn man C7 auf 10 nF reduziert, wird man das Klangbild ausreichend natürlich wiederhergestellt haben. Muss man ein wenig ausprobieren.
C2 mit 4,7 nF hatte ich ursprünglich mal eingesetzt, weil es anfing, bei größeren Lautstärken zu zischen. Dieser Kondensator ist jetzt auch nicht mehr nötig.
Folglich könnten 3 Änderungen gegengeprüft werden:
- C2 entfernen
- C3 durch eine Drahtbrücke ersetzen
- C7 auf 10 nF verringern

Bei einer Sache scheinen wir uns leider missverstanden haben: Der 19 kHz Pilotton soll nicht an den von Dir gesetzten Punkten (stufe1 und stufe2) abgegriffen werden sondern am Knotenpunkt C2/C3, also am Kollektor von Q2. Bis dahin sollten die Frequenzen noch bis hoch in die 50 - 60 kHz glatt durchkommen, sonst könnte man daraus auch kein Stereosignal generieren.
Physiker66 hat geschrieben:
26.10.2017, 00:19
hier mal nur fuer 18kHz gerechnet. Wenn ich mit 1uV reingehe, kommen etwa 0.4mV Amplitude raus. Ob das genug ist für den Decoder?
An C11 liegt bestimmt ein höherer Pegel als 1 µV an, wie groß der allerdings genau ist, weiß ich auch nicht.

Ich versuche mal eine Theorie aufzustellen:
Wenn wir annehmen, dass die Gesamtverstärkung 80 dB beträgt und am Lautsprecher 10 Vss anliegen, kommt man auf eine Eingangsspannung an C11 von 1 mVss, das entspricht ca. 0,35 mV RMS. Um die 20 mV RMS am Kollektor von Q2 zu erreichen, muss bis dahin bereits eine Verstärkung von ca. 55 - 60 also ca. 35 dB bei 19 kHz vorliegen. Soviel zur Theorie :!:

Freue mich schon auf die nächsten Simulationen!

Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 27.10.2017, 05:10

Bei den vorherigen Kurven ist mir ein anderer Fehler unterlaufen - wobei ich nicht weiß inwieweit es auf die FORM eine Auswirkung hat (sehr wohl auf die dB Werte). Hier die neue Schaltung
verstaerker_v04.png
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Anstelle mit 1V Amplitude wird jetzt mit 1u in die Schaltung gegangen. Hier sind die Resultate für die drei Stufen:
verstaerker_v04_resultat_stufe0.png
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mehr geht heute nicht mehr.
liebe Grüße
Michael
:oops: Selbst ein schlechtes Experiment bildet die Wirklichkeit besser ab als eine gute Simulation.

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von pingi66 » 27.10.2017, 12:26

Hallo Michael,

Wow! Da warst Du wieder verdammt fleißig. Einen großen Dank dafür!

Diese Diagramme sind sehr hilfreich und es ist beruhigend zu sehen, dass Theorie und Simulation doch relativ gut zusammenpassen :shock:

stufe0:
Die Verstärkung von Q1+Q2 liegt im unbelasteten Zustand bei 40 dB, was für den 19 kHz Pilotton ausreichen müsste. Der Frequenzverlauf ist absolut waagerecht, müsste aber wegen C11 am Eingang bei ganz tiefen Frequenzen (< 100 Hz) abfallen. Dreht man den vR1 weiter auf, belastet die nachgeschaltete Stufe mit C4 und dem Eingangswiderstand von Q3, die zusammen einen Hochpass bilden, das Signal. Deswegen fällt der Pegel zu hohen Frequenzen mit kleinerem vR1 ab.

stufe1:
C3 (war mit vR1 zusammen ein Hochpass) liegt nicht mehr im Signalweg, deswegen fällt die Kurve zu den tiefen Frequenzen nicht mehr so steil ab. Wenn man den Abfall noch flacher gestalten möchte, muss man C4 vergrößern. Beim EE1007/2007 lagen noch Werte von 0,47 µF und 0,68 µF bei. Zur Probe habe ich es mal mit einem 4,7 µF Elko versucht, da war der Verstärkern dann aber am pumpen, der Elko war also zu groß.
Zu den hohen Frequenzen fällt die Verstärkung wie gewünscht (De-Emphasis) ab. Die Eckfrequenz (3,18 kHz) ist zwar noch immer nicht richtig getroffen, aber es passt doch schon deutlich besser.

stufe2:
Leider ist hier wieder das Diagramm von stufe1 abgebildet :roll:


Beste Grüße
Sven

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Re: UKW5.04 ohne Rauschen

Beitrag von Physiker66 » 27.10.2017, 17:26

pingi66 hat geschrieben:
27.10.2017, 12:26
stufe2:
Leider ist hier wieder das Diagramm von stufe1 abgebildet :roll:
Das passiert wenn man zu hektisch ist :P
Dateianhänge
verstaerker_v04_resultat_stufe2.png
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:oops: Selbst ein schlechtes Experiment bildet die Wirklichkeit besser ab als eine gute Simulation.

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