Riess-Elektronik-Stecksysteme

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Riess-Elektronik-Stecksysteme

Beitrag von Helferlein » 07.09.2018, 18:43

Hallo zusammen,

seit Jahren schlummerten bei mir die Hauptkataloge für Werkmittel der Traudl Riess KG aus Bindlach im Bücherregal. Da ereichte mich dieser Tage der neue Katalog für Werkmittel. Beim Durchblättern fielen mir einige Bauteile zu angenehm angemessenen Preisen, wie Batterieklemmen für Flachbatterien und Sickenröhrchen (wusste gar nicht, dass Buchsen für Bananenstecker so heißen) auf, die ich endlich einmal bestellen wollte. Beim weiteren Stöbern im Katalog stieß ich in der Abteilung „Elektronik-Bausätze und –Literatur“ auf die "Riess-Elektronik-Stecksysteme". Da wurde gleich einmal ein Kristall-Detektor mitbestellt. Zugegeben ein recht einfach gehaltener Detektor, aber ich liebe alles was mit alter Rundfunktechnik, insbesondere Radio-Detektoren, Audion-Empfängern (mit und ohne Halbleitern) zusammenhängt. Offensichtlich wurde das System in "unserem" Forum noch nicht vorgestellt. Die Suche nach "Traudl" oder "Riess" erzeugte jedenfalls keine Treffer. Das veranlasst mich nun, um auch das Spektrum der vorgestellten Baukästen zu erweitern, auf das Riess-Elektronik-Stecksystem einzugehen.

Fangen wir also mit dem "packing out" oder wie dass auf Neudeutsch heißt an.

Traudl-Riess Kristalldetektor
DSCI0062b.jpg
Noch nicht ausgepackt... der Kristalldektektor-Bausatz
DSCI0062b.jpg (240.05 KiB) 313 mal betrachtet
DSCI0062b.jpg
Noch nicht ausgepackt... der Kristalldektektor-Bausatz
DSCI0062b.jpg (240.05 KiB) 313 mal betrachtet

Das schlichte Stecksystem basiert auf einer Lochrasterplatte in den HO-Stecker eingesteckt werden. Ich denke das ganze System ist für den Werkunterricht in Schulen (gibt es den noch?) gedacht.

Es werden folgende Bausätze angeboten:

• Kristalldetektor
• Sensortaster
• Lichtschranke
• Blinklicht
• Wechselblinker
• Sirene
• Audionempfänger
• Antennenadapter

Zudem sind alle in den Bausätzen enthaltene Bauteile auch einzeln zu erhalten. Die Fa. Traudel Riess ist auch im www vertreten > https://www.traudl-riess.de/ <. Hier kann man auch den Katalog bestellen.

So, soviel für heute. Ich werde in den nächsten Tagen weiter vom „packing out“ berichten.

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Riess-Elektronik-Stecksysteme - Kristall - Detektor Teil 1 - Die Bauteile

Beitrag von Helferlein » 21.09.2018, 18:00

Hallo zusammen,

die Zusammenstellung der Bauteile ist recht schlicht gehalten - ab in den Beutel und zugeschweißt heißt die Devise. Eine Schachtel oder Box ist nicht vorhanden. Ausgepackt und sortiert erhält man einen Überblick (s. Foto). Was sofort auffällt ist das orangene Steckbrett zur Aufnahme der HO-Stecker und eine Telefonkapsel. Die letztere wird wohl als "hochohmiger" Kopfhörer zur Wiedergabe genutzt. Auf einen Ausgangsübertrager zur Anpassung kann somit verzichtet werden. Zum Steckbrett gehören die jeweils separat verpackten HO-Stecker und Schrauben, die ohne die sonst üblichen bunten Kunststoffhülsen geliefert werden. Die vorhandenen Spulen mit der Litze dienen wohl als Antenne und Erdleitung, der Kupferlackdraht zum Bau der benötigten Spulen und der Silberdraht (wenn es denn welcher ist) zur Verdrahtung. In einem Beutel mit separater Anleitung befinden sich eine Krokoklemme und ein "Kristall". Bei dem Kristall dürfte es sich um Bleiglanz handeln. Bleiglanz besitzt, wie man weiß, die Eigenschaften eines Halbleiters. Bis jetzt erinnert alles ein wenig an den guten alten Radiomann aus den 1950er Jahren. Im letzten Tütchen befinden sich die übrigen benötigten Bauteile (Widerstände, Kondensatoren, ein Poti, ein Ferritkern, ein Transistor und ein paar Schrauben). Die Schrauben werden übrigens für den Bau eines "Drehkondensators" benötig, der aus zwei Pappstückchen zu basteln ist. Was es mit dem gelben Draht mit den beiden isolierten Krokoklemmen (s. Foto) auf sich hat, wird sich sicher noch später zu klären.
Oh, ich vergaß - eine 7seitige Anleitung (nicht im Bild) liegt auch noch bei.

DSCI0064b.jpg
Teileübersicht
DSCI0064b.jpg (393.41 KiB) 215 mal betrachtet
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Teileübersicht
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Fortsetzung folgt ...

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Re: Riess-Elektronik-Stecksysteme

Beitrag von wolfgang » 21.09.2018, 18:44

Hallo Helferlein,

das "Steckbrett" sieht aus wie eine Lochrasterplatine , vermutlich ohne Kupferauflage. Ist das so? Wie sollen dann die Verbindungen hergestellt werden? Ich bin gespannt auf die Aufbauten.

Gruß Wolfgang

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Riess-Elektronik-Stecksysteme - Kristall - Detektor Teil 2 - Der Aufbau

Beitrag von Helferlein » 22.09.2018, 15:28

Hallo zusammen,

nun "fisch ans Werk" und die Bauteile zusammengesteckt, bzw. geschraubt. Im ersten Versuch wird ein Radiodetektor zusammengebaut. Zur Demodulation wird zunächst eine Germaniumdiode genutzt. Obwohl der Bausatz "Radiowellen empfangen wie vor 80 Jahren - mit einem Kristall - Detektor" heißt, wurde schlauer Weise erst einmal ein industrieller Halbleiter genutzt und kein Kristall. Der Bausatz richtet sich schließlich an Schüler und da möchte man sicher nicht gleich einen Misserfolg provozieren. Man weiß ja wie "picky" es ist "die richtige Stelle" zur Demodulation auf einem Kristall zu finden.

Hier der Aufbau ...

DSCI0120b.jpg
Aufbau
DSCI0120b.jpg (357.68 KiB) 187 mal betrachtet
DSCI0120b.jpg
Aufbau
DSCI0120b.jpg (357.68 KiB) 187 mal betrachtet

... und hier das dazugehörige Schaltbild.

Schaltung-a.jpg
Schaltbild
Schaltung-a.jpg (39.89 KiB) 187 mal betrachtet
Schaltung-a.jpg
Schaltbild
Schaltung-a.jpg (39.89 KiB) 187 mal betrachtet

Der Schaltungsaufwand ist relativ simpel, obwohl es sicher auch noch einfacher geht. Den Schwingkreis bildet eine Spule (ca. 70-75 Wdg., selbst wickeln) auf einem Ferritkern und ein einfacher 200pf Kondensator. Eine Abstimmung ist somit nicht möglich. Über ein Poti wird die Vorspannung der Germaniumdiode eingestellt. Die Signalverstärkung erfolgt über einen NPN-Transistor. Schließlich wird das Signal über die Telefonhörerkapsel hörbar gemacht.

Ergebnis des 1. Versuchs: Nach dem Abschalten des AM-Rundfunks in Deuschland (s. ganz oben) senden ja nur noch ausländische Rundfunkanstalten im MW Bereich. Ich erwartete also nicht viel. Zu meiner Überraschung empfing ich sofort vier sich überlagernde Sender - mangels einer Abstimmungsmöglichkeit war nur "Wellensalat" zu hören. Ich konnte einen englischen, einen italienischen, einen rumänischen (?) und einen deutschsprachigen (Radio Taiwan aus Luxemburg?) Sender identifizieren, die jedoch stark schwankten. Das ist zunächst schon als erster Erfolg zu feiern! Alles erinnert mich doch sehr an meine ersten Detektorversuche um 1968 als ich noch das Glück hatte, dass der WDR 2 über Langenberg als "Ortssender" (720 kHz) praktisch vor der Tür stand. Außer WDR 2 war oft nichts zu empfangen - das war oft nervig. Von "Dämpfung" hatte ich noch nichts gehört.

Fortsetzung folgt ...

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Re: Riess-Elektronik-Stecksysteme

Beitrag von pingi66 » 26.09.2018, 20:57

Hallo Manfred,

vielen Dank für das Foto vom Aufbau, ich habe es mir vorher nicht so recht vorstellen können, wie es ausschauen sollte. Schade, dass man mit dem Empfänger keine Abstimmung vornehmen kann. Eigentlich hatte ich das nach Deiner Aussage erwartet:
Helferlein hat geschrieben:
22.09.2018, 15:28
Die Schrauben werden übrigens für den Bau eines "Drehkondensators" benötig, der aus zwei Pappstückchen zu basteln ist.
War das eine optimistische Vermutung deinerseits oder ein Teil der Beschreibung? Wie es auch sei, ein kleiner Drehko ist ja schnell drangeschraubt. Oder man stimmt über ein paar Kerkos ab, die einfach dazu gesteckt werden, ist ja keine Hexerei.

Würde mich jedenfalls über weitere Empfangsberichte freuen!

Grüße
Sven

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Riess-Elektronik-Stecksysteme - Kristall - Detektor Teil 3 - Die Abstimmung

Beitrag von Helferlein » 05.10.2018, 21:53

Hallo zusammen!

Ich berichtete ja schon vom empfangenen Wellensalat den der Detektor mit 200pf Festkondensator erzeugte. Aber immerhin etwas! Als nächste Ausbaustufe wird in der Anleitung der Bau eines "veränderbaren Kondensators" beschrieben. Hierzu sollen zwei Stücke kräftiger Pappe (5x10cm) mit Aluminiumfolie beklebt werden. Eine Pappe wird isoliert. Ich benutzte hierzu selbstklebende Klarsichtfolie (im Foto links, kaum zu erkennen). Der elektrische Kontakt wird mittels der mitgelieferten Schrauben, Unterlegscheiben und Muttern hergestellt und fixiert. Auf diese Weise erhält man einen Schiebekondensator mit einer Kapazität von ca. 40-350pf. Alles erinnerte mich an meine ersten Detektor-Versuche, die ich Ende der 1960er Jahre durchgeführt habe.

DSCI0246b.jpg
Die zwei Platten des Schiebekondensators
DSCI0246b.jpg (338.07 KiB) 110 mal betrachtet
DSCI0246b.jpg
Die zwei Platten des Schiebekondensators
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Die ersten Versuche fielen ernüchternd aus. Die beiden Pappen verbogen sich auch wenn Sie mit einem Gummiband fixiert wurden. Zudem ließen sie sich nur schwer verschieben. Eine auch nur annähernd "geschmeidige" Abstimmung war auf die Weise kaum möglich.

DSCI0249b.jpg
Der este Fixierungsversuch
DSCI0249b.jpg (325.89 KiB) 110 mal betrachtet
DSCI0249b.jpg
Der este Fixierungsversuch
DSCI0249b.jpg (325.89 KiB) 110 mal betrachtet
Foto


Nun, was macht man, wenn günstiger Weise ein 3D-Drucker zur Verfügung steht? Man konstruiert und druckt sich eine Hülse, in der die beiden Platten des veränderbaren Kondensators einigermaßen exakt geführt werden.

DSCI0253b.jpg
Eine 3D-Druckhülse sorgt für eine exaktere Führung
DSCI0253b.jpg (323.5 KiB) 110 mal betrachtet
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Eine 3D-Druckhülse sorgt für eine exaktere Führung
DSCI0253b.jpg (323.5 KiB) 110 mal betrachtet
Foto


Die Abstimmungsergebnisse fielen erwartungsgemäß wieder bescheiden aus. Bei dem einzigen empfangenen Sender konnte jedoch beim Verschieben der Kondensatorplatten zumindest eine Lautstärkeänderung gehört werden. Das Problem liegt mich Sicherheit in der Art Spule begründet. Auf Grund der direkten Antennenkopplung ist keine große Trennschärfe zu erwarten. Da besteht noch Experimentierbedarf ,-).

Nochmals zum Selbstbauschiebekondensator: Ich verfüge zwar über einige Dutzend Drehkos unterschiedlicher Bauarten, diese sollen aber zu allerletzt zum Einsatz kommen.

Fortsetzung folgt ...

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