fischertechnik

Moderator: suntri

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Mike
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fischertechnik

Beitrag von Mike » 23.01.2011, 13:35

Hallo. Wieder einmal war Weihnachten. Wieder einmal wusste meine Frau nicht, was sie einem Technikfreak schenken sollte. Wieder einmal habe ich mir selbst etwas geschenkt - wenn auch ein paar Tage verspätet. Da ich in den Elektronik-Sachen von Kosmos über Philips bis Lectron inzwischen nahezu komplett bin, habe ich mich an die Vor-Kosmos-Zeit erinnert. Unter anderem: Fischertechnik.

Geht es nur mir so, oder ist die Zeit an mir vorübergegangen? - Das System an sich ist absolut genial. Immer noch. Das konnte ich als Kind noch gar nicht so klar sehen. Aber - oh Schreck - das neue Design. Schwarz und gelb und bunt? Brrrrrr - geht nur mir das so, der ich das alte graue und rote auch farblich elegant und technisch cool finde, das neue nur noch mit Grausen angucke ebenso wie die meisten neuen Komplettmodelle?

Wie auch immer, im Auktionshaus gibt es fischertechnik en masse. Auch ganz viele Seiten im Web, die sich damit beschäftigen. Der erste Schreck - wie soll man bei den Bezeichnungen der Kästen über die Jahrzehnte hinweg das finden, was man sucht? Einige Tage später ... stand fest, hobby (ut) 1 bis 4 + S ist genau das, was ich suche. Mehr drin als in den Kästen und Ergänzungskästen, die ich als Kind hatte. Anleitungen, mit denen ein Gutteil Physikunterricht bestritten werden könnte. Alle Anleitungen auch als PDF im Web. Elektronik nur insoweit, wie es einen Operationsverstärker für Sensoren etc. angeht. Dazu dann noch ein paar Netzteile, ein paar Motoren mehr und ein paar mini.mot.1, noch irgendein "Konvolut", um auch größere Sachen hinzubekommen, und ein paar Sortierboxen - ab einer bestimmten Serie passt da ja alles schön sortiert hinein. Das ist es für mich.

Nach wie vor bin ich von den Möglichkeiten absolut begeistert und schätze die teils enorm lehrreichen Modelle. Staune darüber, wie flexibel die Teile einsetzbar sind. Allerdings, sobald es mit Elektronik mehr wird, finde ich das System ziemlich sinnlos vergewaltigt (abstrakte Silberlinge Flip Flop, Monoflop etc., Elektronik Fertigmodule mit grausliger Verdrahtung). Auch die anderen Gebiete wie Geometrie finde nicht mehr wirklich gelungen. Statik, naja. informic war dann wieder ein genial einfaches Konzept, aber nicht sehr ausbaufähig.

Nett - wenn nur die Farben nicht wären - ist dann in der Neuzeit wieder Pneumatik (wenn man eine stärkere Pumpe einsetzt) und Computing. Letzteres ist reichlich teuer (Robo TX), aber klein und einfach - damit kann man auch seine alten Modelle steuern. Sagt einem die Programmierung nicht zu, kann man auf dem PC auch eine DLL einsetzen und nahezu jede Programmiersprache - oder C++, falls es auf dem Controller direkt laufen soll. Aber diese Teile sind derzeit (?) jenseits dessen, womit ich mich beschäftigen möchte in der Freizeit. Für einen Informatiker, der auch Mikroprozessorboards mit HW und SW entwickelt hat, ist das halt nicht wirklich prickelnd - wenn ich mich auch an den Wahnsinnmodellen, die Liebhaber und Könner nach wie vor aufbauen, absolut begeistern kann.

Jedenfalls war beim Auspacken der ersten Teile das alte tolle Gefühl von früher wieder da. Vielleicht kann ich meine Tochter ja auch mal dafür begeistern. Meine Frau schüttelt weiterhin nur den Kopf ;)

Geht es nur mir so mit den alten / neuen fischertechnik Sachen, oder ist es doch nur das Alter und der Wunsch, noch einmal das Kind von damals sein zu können (wird das eigentlich immer schlimmer je älter man wird? ;) ) ?

Mike.

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Re: fischertechnik

Beitrag von thefarside » 23.01.2011, 18:32

Hallo Mike,

das kann ich gut nachempfinden. Auch ich habe mich vor den Elektronik-Experimentierkästen als Kind mit FischerTechnik beschäftigt, aber über den EC1 und EM1-3 bin ich damals aus Kostengründen nicht hinaus gekommen. Die "höheren" EC-Kästen und die verschiedenen "Flop"-Silberlinge konnte ich nur im Prospekt und im Spielwarenfeschäft mit grossen Augen bewundern.
Aber seit es die Bucht gibt, kann man (und hat man auch) seine Kinderträume erfüllen. Wobei mittlerweile auch für die alten Kästen astronomische Summen bezahlt werden, ich hab mich gottseidank bereits vor 3 Jahren eingedeckt, Silberlinge für 20 bis 30 Euro, Hobby 4 für 50 Euro, kosten mittlerweile das doppelte.

Meine Tochter (10 Jahre) habe ich auch bereits angesteckt, und sie baut schon bessere Modelle als ich.

Mit den neuen Farben kann ich mich auch nicht anfreunden, die "grauen" sind viel interessanter.

Im Deutschen Museum in München sind übrigens sehr viele FischerTechnik Modelle aufgebaut, aus den grauen Steinen, mit viel Bewegung, Licht und Elektronik! Habe mich bei meinem letzten Besuch nicht satt sehen können:
http://www.deutsches-museum.de/ausstell ... spielzeug/

Vielleicht wäre hier im Forum eine FischerTechnik- Rubrik auch nicht schlecht? Was hält Ihr davon?

Viele Grüße vom Bodensee
Michael
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Re: fischertechnik

Beitrag von wolfgang » 23.01.2011, 21:44

Hallo,

zu meiner Zeit hatte Fischertechnik auch noch die "richten" Farben grau/rot, wobei ich schwarz/gelb jetzt nicht so schlimm finde. Die richtigen Erinnerungen an die Jugendzeit kommen halt dann doch nur mit den richtigen Farben hoch :-)

Wie ist es den grundsätzlich um Fischertechnik bestellt? Mein Sohn ist gerade im Lego-Alter. Da kommt mir regelmäßig die Krise. Gerade so wenig Teile, dass die Aufbauten nicht von selbst zusammenbrechen und fast nur Spezialteile, die nur wenig Flexibilität haben. Da braucht man schon viel Krativität um sich über einen Musteraufbau nach Anleitung weiter zu entwickeln. Ist das bei Fischertechnik genau so, oder hat man da mehr Spielraum?

Gruß
Wolfgang

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Re: fischertechnik

Beitrag von suntri » 24.01.2011, 23:00

Auch ich habe Fischertechnik immer in bester Erinnerung gehalten und vor einigen Jahren den Grundstock der noch vorhanden war erweitert. Ok, ist eventuell etwas viel geworden. Es sind doch immerhin einige Schränke voll. Gelagert wird das Baumaterial nicht in Originalkästen sondern nach Bauteile getrennt in Fischertechnik Sortierkästen.
Nach und nach baue ich immer mal was und setze das ins WIKI:
http://www.rigert.com/ee-wiki/index.php ... k_Mechanik

Die Hobby Bücher haben es mir speziell angetan. So was findet sich heute nirgends mehr. Wirklich ein Jammer.

Dort entsteht langsam eine Übersicht aller Anleitungen die nach gebaut wurden.
Ich habe nun schon einige Zeit nichts mehr gebaut doch Junior suntri drängt förmlich danach.

Gruss suntri
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Erkläre es mir, ich werde es vergessen. Zeige es mir, ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können. Indisches Sprichwort.

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Re: fischertechnik

Beitrag von thefarside » 25.01.2011, 10:30

Anleitungen und die besagten hobby-Bücher kann man hier finden:

http://www.ft-museum.ch/html/museum.html
Michael
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Re: fischertechnik

Beitrag von suntri » 25.01.2011, 11:13

Weitere Anleitungen sind auch hier zu finden (Toll präsentiert):
http://www.ft-fanarchiv.de/

Gruss suntri
Gruss suntri

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Re: fischertechnik

Beitrag von Mike » 25.01.2011, 20:42

Dann darf auch dieser Link nicht fehlen, z.B. alle Hobby-Bücher:
http://www.ft-fanpage.de/FT/hobby_.htm

Die Anleitungen und auch die Web-Seiten diverser ft Freunde mit Fotos ihrer Modelle sind für mich das Salz in der Suppe. Wenn man z.B. die ut Serie ersteigert, ist die zwar baugleich mit hobby, aber es fehlen Handbücher und Modellvorschläge. Auch bei den hobby Kästen selbst ist ja eher wenig dabei. Wertvoll im symbolischen Sinn wird das erst mit den Themen-Lehr- und Modell-Heften.

Der i-Punkt ist dann der fischertechnik-designer, ein sich wirklich lohnendes Designprogramm für ft. Habe ich aber nicht, ist vielleicht für meine Zeit als Rentier, da habe ich dann vielleicht mal Zeit dafür ;)

Was die Farben angeht ... einige schwarze Zahnräder sind ja auch schon bei den neueren ut's dabei. Kann man sich schon mal gewöhnen. Hier spielt sicher der Eindruck aus der Kindheit die größte Rolle - wäre das damals schwarz/rot/gelb gewesen, hätte man vermutlich Heute über grau/rot die Nase gerümpft.

Was das freie Design angeht ... da kann ich nur für mich sprechen. Es gibt halt verschiedene Einstellungen dazu, der eine mag dies lieber, der andere das. Ich mag sehr die eher abstrakten Modelle aus reinen Grundbausteinen, bei denen die (lehrreiche) Funktionalität im Vordergrund steht. Das war schon als Kind so, da konnte ich mich an einer Umlenkung einer Drehbewegung um 90 Grad durch zwei winklige Zahnräder schon begeistern. Die Fertigteilemodelle, bei denen ausschließlich dafür hergestellte Einzelteile die Modelle realer aussehen lassen sollen, sind nicht mein Ding.

Hängt vielleicht auch mit dem Alter zusammen. Heute gibt es da ja abgestufte Systeme. Aber schon bei den "grau/roten" Teilen: Ich kenne kein anderes System, was sowohl in den einfachsten Dingen ebenso wie in den kompliziertesten so viele Möglichkeiten wie fischertechnik bietet. So flexibel ist. Ich kann nur jedem, der sich dafür interessiert, raten, einmal die Hefte aus den hier angegebenen Links anzugucken. Auch die Hefte kleiner Ergänzungskästen, da sind manches Mal erstaunlich einfache und trotzdem verblüffend beeindruckende Aufbauten drin.

Selbst was zu designen ist gerade mit fischertechnik ausgezeichnet möglich - allerdings finde ich es fast noch schöner, Modelle von anderen nachzubauen und mich an deren Einfallsreichtum zu erfreuen. Das frustet nicht so, als wie wenn nach Stunden Eigendesign nix rauskam ;)

Mike.

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Triceratops

Re: fischertechnik

Beitrag von Triceratops » 30.10.2011, 18:32

Hallo

Die klassische Farbgebung grau/rot mag dezenter aussehen und
macht in puncto "Großmodell" auch einen professoinelleren Eindruck.
Der Wechsel zu schwarz/gelb (und neuerdings zusätzlich weiteres
rot) ist in erster Linie dahingehend geschuldet, dieses System an-
sprechender für Kinder zu gestalten.

Mich selbst stört diese bunte Vielfalt auch irgendwie; trotzdem kann
ich die Argumentation der Verantwortlichen in dieser Hinsicht nach-
vollziehen.

Allerdings widerstrebt es mir auch heute nach wie vor, großräumige
Statikkonstruktionen (vor allem Brücken) in quietschgelb zu bauen.
Bei Kranen mag das anders aussehen; Baumaschienen waren ja
schon immer gelb.

Gruß, Thomas :(

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