X1000 Reflexempfänger

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X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 25.02.2013, 11:13

Moin Moin,

mich hat gestern mal wieder der Spieltrieb übermannt ;-)
Ich hab mal den Reflexempfänger vom X1000 (Versuch 111) zusammengesteckt. Das Ergebnis war allerdings sehr enttäuschend. Ich bekomme fast nur jaulen und quietschen zu hören. Selbst der Ortssender den ich sogar mit einem einfachen Detektor empfangen kann, war nicht unverzerrt einzustellen.

Hat jemand die Schaltung schon mal erfolgreich aufgebaut, bzw. einen Tipp wie man die richtig zum laufen bekommt?

(Ach ja, die Kontakte sind alle gereinigt, daran dürfte es also nicht liegen)
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von @meiseAC » 25.02.2013, 11:52

Hallo DerInder

Ich kenne den Aufbau nixgt aber meine Radioversuche mit dem XN3000 und dem Vorgänger Elektronik Profi (gleicher Inhalt)
waren ähnlich entäuschend.
2 der 3 Sender wenn ich mich richtig erinnere.

viele Grüße

meiseAC
Transistoren sind kleiner,
aber Röhren leuchten feiner...

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 25.02.2013, 12:40

Moin Moin,

nu das die Empfangsleistung mau ist, ist zu erwarten, aber das ich so garnix sinnvoll damit empfangen kann ist schon arg enttäuschend.
Übrigens die Versuche 109/110 funzen. Nachts zumindest 2 Sender.
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 25.02.2013, 22:41

Hallo,

ich habe die Versuche 109 bis 111 aus dem X1000 zusammengesteckt. Um 22 Uhr hatte ich mit Versuch 109/110 mehrere Sender empfangen können. Bei dem Verusch 111 waren es so viele Sender, dass es teilweise schwer war diese von einander zu trennen.

Der Empfang war mit beiden Geräten so wie zu erwarten mit Rauschen, geringer Trennschärfe usw.

Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 27.02.2013, 11:57

Moin Wolfgang,

da bei dir die Versuche funktionieren, gibt es wohl kein generelles Problem mit dem Reflexempfänger. Da ich meinen Aufbau mehrmals kontrolliert habe, sollte er auch in Ordnung sein.

So wie ich es deute ist bei mir die Reflexstufe am schwingen. Es stellt sich nur die Frage wieso.
Die Bauteile und die Kontakte sind alle OK.

Hat jemand eine Idee woran es liegen könnte, oder wie ich die Fehlerquelle eingrenzen könnte?
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 27.02.2013, 19:07

Hallo,

eine mögliche Ursache könnte die Stromversorgung sein. Schwache Batterien können wie eine Rückkopplung wirken. Aber auch ein schlecht gefiltertes Netzteil kann hochfrequente Störungen einschleusen.

Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 03.03.2013, 18:20

Hallo DerInder,

gestern Abend wollte ich ein paar Messungen an der Schaltung vornehmen. Allerdings war über das ganze Band Zischen und Pfeifen verteilt. Die empfangenen Sender waren stark verzerrt. Also in etwa so wie Du es beschrieben hast. Da ich den Aufbau seit dem erfolgreichen Empfangsversuch nicht verändert hatte, fiel ein Aufbaufehler aus.

Nach einiger Zeit konnte ich die Ursache für das Pfeifen in den Energiesparlampen im Flur finden. Das Zischen war nicht lokalisierbar.

Heute am Tage konnte ich wieder ohne Störungen empfangen. Allerdings waren es erwartungsgemäß am Tage weniger Sender als in der Nacht.


Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 04.03.2013, 12:51

Hallo Wolfgang,

nachdem ich mit deinen Tipps (neue Batterie, Störquellen abstellen) leider keinen Erfolg hatte, habe ich mal die Widerstände variiert. Das hat allerdings auch keine großen Änderungen gebracht. Auch der Austausch des MW-Moduls brachte nichts :(

Dann habe ich den Reflex-Transistor (BC238C) gegen einen BC548C getauscht und siehe da es funktioniert :mrgreen:

Die Schaltung ist jetzt so empfindlich, das der Ortssender die Reflex-Stufe komplett blockiert :shock:
Ich bin mal gespannt, wie es heute Abend ausschaut. Da werde ich dann wohl noch ein paar Anpassungen bezüglich Antenne und Verstärkung machen.
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 05.03.2013, 20:30

Moin Moin nochmal,

also ich muss schon sagen das dieser Reflexempfänger (wenn er dann erst mal läuft) schon sehr gut ist.

Der Empfang Nachts lässt sich mit einem Wort beschreiben Wellensalat :o
Sprich es kommen so viele Sender rein, dass das Gerät sie z.t. nicht mehr trennen kann (war ja auch zu erwarten).
Was gerade noch klappt ist die Trennung von Deutschlandfunk (1422 kHz) und RTL (1440 kHz)
Bekomme ich übrigens beide gut rein und das hier in Hamburg.
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 06.03.2013, 16:05

DerInder hat geschrieben: Dann habe ich den Reflex-Transistor (BC238C) gegen einen BC548C getauscht und siehe da es funktioniert
Ohne jetzt einen genaueren Blick ins Datenblatt sind das doch Ersatztypen. Daher sollte die Funktion eigentlich gleich bleiben. Gibt es Unterschiede beim Verstärkungsfaktor?

Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 07.03.2013, 17:41

Hallo!

Ja, auch bei den rauscharmen "C"-Typen gibt es natürlich Unterschiede im Verstärkungsfaktor.

Bei meinen gelegentlichen Messungen lagen die hfe-Werte aber immer über den normalen "B-Typen, dennoch gibt es merkliche Streuungen.
Selbst bei Leistungstransistoren aus gleicher Charge ist der Unterschied bisweilen sehr deutlich. (Für stabiles und gleichmässiges Arbeiten einer Gegentakt-Stufe mit gleichen Typen oder Komplementärtypen sollte man die ausmessen. Das kennt man schon aus der Röhrentechnik)

Daß der 238C nicht wollte oder Probleme machte mit Schwingungen, kann auch an einem extrem hohen Verstärkungsfaktor gelegen haben. Die Schaltungen und besonders deren "lockerer" Aufbau kann dann gerne zu unstabilen Verhältnissen führen. Dann ist der Transistor gür diese Zwecke eben zu gut. Eigentlich alle Versuche sollten mit "B"-Typen auch laufen, es sei denn, es ist extra vermerkt.

Gruss Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 07.03.2013, 19:03

Lutz hat geschrieben:Ja, auch bei den rauscharmen "C"-Typen gibt es natürlich Unterschiede im Verstärkungsfaktor.

Bei meinen gelegentlichen Messungen lagen die hfe-Werte aber immer über den normalen "B-Typen, dennoch gibt es merkliche Streuungen.
Hallo Lutz,

genau das ist auch meine Vermutung, die ich über die Messung bestätigen will. Deinen Vorschlag, den Versuch mit B-Typen durchzuführen, werde umsetzen.

Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 07.03.2013, 22:02

Moin Moin,

ich hab jetzt mal die hFE Werte beider Transistoren gemessen.
Der BC238C hat 420 und der BC548C hat 380.

Also für mein Geschmack ist das kein all zu großer Unterschied.

Ich werd nochmal schauen was ich so B-Typen liegen hab und mal testen...
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 07.03.2013, 22:47

Hallo Jens!

Das klingt plausibel! Die hfe die ich so aus der Erinnerung kenne, liegt bei dem Transistor als "C"-Typ so um die 400.
Die "B"-Typen haben, meine ich, so 150-200 und die "A"-Typen sind noch tiefer angesiedelt. Ich meine, im Schnitt unter 100.

Wenn so ein Reflex-Empfänger diese Eigenarten entwickelt, dann ist es mit der Schaltung bzw. Aufbau folgende Problematik, dass im NF-Zweig noch zuviel HF-Reste enthalten sind. Das kann durch zu wenig oder falsche Dimensionierung des/der Tiefpasses kommen, also es schlüpft im NF-Bereich noch zuviel HF mit durch oder die beiden Stufen sind in sich nicht genügend entkoppelt, sodass die HF-und NF-Stufe über die Spannungsversorgung telefonieren können.

Leider habe ich die Schaltung bzw. Aufbau von Kosmos nicht vorliegen, aber wenn es durch Änderung des Transistors in den Griff zu bekommen ist, dann wird sicher obiges richtig sein. So ein Reflexempfänger ist sicher interessant, aber nicht einfach in seinen Ansprüchen.
Ein wirklich gutes Audion macht da im allgemeinen mehr Spass, auch wenn man bei grösserem Frequenzwechsel die Rückkopplung neu einstellen muss. Ich hab schon einige "Audiönner" aufgebaut, die mit Ferrit- oder Rahmenantenne in der Empfangsleistung und vor allem Trennschärfe einem Super nicht nachstanden. Mit Halbleitern und auch mit Röhren und geringer Spannung.

Gruss Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 08.03.2013, 13:19

Moin Moin,

ich hab jetzt mal alle meine X und XN Transistoren durchgemessen und in der Schaltung getestet.
Aus der hFE lässt sich leider nicht auf die Eignung schließen. Interessant ist aber das Ergebnis bei den Transistoren 15 und 16. Diese sind aus einem XN-Kasten und damit wohl um einiges jünger als die Restlichen. Kann es vielleicht sein, dass es einen Alterungseffekt gibt, der zu den Problemen führt?

Code: Alles auswählen

 1  BC238C   418   pfeift
 2  BC548C   385   OK
 3  BC238C   407   pfeift
 4  BC548C   380   OK
 5  BC238C   498   pfeift
 6  BC548C   435   pfeift
 7  BC548C   388   pfeift/pumpt
 8  BC238C   386   pfeift/pumpt
 9  BC548C   479   OK
10  BC548C   397   pfeift
11  BC548C   368   pfeift
12  BC548C   476   pfeift
13  BC548    334   pfeift
14  BC548C   403   pfeift
15  BC548C   450   OK
16  BC548C   488   OK
Das man keine hohen Erwartungen an die Schaltung haben darf ist mir schon klar, aber wie ich im 1. Post geschrieben habe, hatte mich einfach der Spieltrieb gepackt :wink:
Allerdings darf man auch nicht vergessen, das die X1000 Schaltungen für Kinder sind (Daniel Düsentrieb...), daher dürfte so ein Ergebnis wie ich es zuerst hatte arg frustrierend sein. Wenn man da einen Tipp geben kann wie man das Problem beseitigt hat sich die Mühe und der Spieltrieb doch gelohnt.

Im übrigen beschäftige ich mich auch eher mit den XS Schaltungen und auch mit dem Radio-Tech, da liegen natürlich Welten zwischen :-)
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von foofighter » 08.03.2013, 23:53

Also ich kann die ganze Diskussion nicht nachvollziehen. Beide Transistoren getestet: Null Unterschied. Für die einfache Schaltung das Beste, was ich bisher an Trennschärfe für diesen Aufwand erlebt habe. Die Schaltungen aus dem X-Labor (XG, XS) sind bei höherem Aufwand wesentlich schlechter.

Grüße

foofighter

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 09.03.2013, 01:25

Beide Transistoren getestet: Null Unterschied.
Tja aber leider im Verhalten der Schaltung schon und es geht in diesen Thread garantiert nicht um die Vor- oder Nachteile irgendwelcher anderen Schaltungen oder einer Diskussion darüber, sondern nur darum das die Schaltung bei mir nicht funzte und ich versuche das Problem zu lokalisieren und es gibt hier zum Glück auch Leute die mir dabei helfen.
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Kirsch » 09.03.2013, 07:41

Ich finde es sehr interessant was du da machst. Eine Schaltung aufbauen und sagen: "Schön. Es piept, blinkt, muht, mäht oder was auch immer", kann jeder. V.a. das von dir schon erwähnte Klientel (wohl leider auch manch anderer) an die sich der X1000 Kasten richtet macht das wohl so.
Eine Schaltung zu verstehen steht auf nem anderen Blatt. Und den Grund zu finden wenn mal was nicht funktioniert steht sogar in nem anderen Buch, ja wenn nicht sogar in einer anderen Bibliothek.

Ich hoffe du ziehst auch die richtigen Schlüsse aus deiner Messreihe. Wenn du z.B. die Transistoren 2 und 9 mit einander vergleichst wird klar, dass es an der hFE nicht liegen kann.

Es gibt auch noch andere (teilweise parasitäre Eigenschaften) von Transistoren die unter Umständen darauf Einfluss haben könnten und einer Fertigungsbandbreite unterliegen,. Wenn man in einem Datenblatt (BC238C, BC548C) sind da meist Min/Max-Werte gegeben.

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 09.03.2013, 09:07

Moin auch!

Ja, laut der Ergebnisse der kleinen Messreihe muss man den Wert der hfe aus der Verantwortung entlassen.

Interessant wäre es, wenn man den Punkt oder den Bereich der Schaltung ausmachen könnte, wo genau diese vermutliche Rückkoppelung entsteht. Jens, hast du die Möglichkeit, mit einem Oszilloskop der Sache auf den Grund zu gehen? Dabei kann aber z.B. auch passieren, dass bei Anlegen des Tastkopfes die (parasitäre) Schwingung aussetzt und man so direkt nicht weiterkommt, aber dennoch den Punkt lokalisiert hat. Das ist zwar im Grunde wie mit Kanonen auf Spatzen schiessen, aber gerechtfertigt. Es geht ja letztlich um Erkenntnisgewinn.
Die Belastung der Schaltung durch die geringe Last und Kapazität des Tastkopfes ist halt da, kann aber auf diese Weise auch gut den Weg zeigen.

Dass Silizium-Halbleiter altern und irgendwann unbrauchbar werden, wüsste ich nicht. Bei Germanium-basierenden hat man das vor einigen Jahren ja erkennen müssen. Dort verändert sich die Kristallstruktur und der Halbleiter funktioniert nicht mehr.

Auf jeden Fall ist die Angelegenheit interessant! Was mir auch noch einfällt, ist die Qualität der Masseführung. Die Kontaktierung hast du ja schon als gesichert bewertet, ebenso Stromversorgung und Elkos als Ursache ausgeschlossen.

Kannst du Schaltbild und Aufbau hier mal per Foto einstellen? Ich habe nur Unterlagen über den Reflexempfänger der Philips-Reihe.

Viele Grüsse,
Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 09.03.2013, 11:07

Ergänzung:

Ich hab ja im Keller noch den Kosmos-Kasten, den ich hier vor Zeiten mal angeboten hatte....
Damit lässt sich auch der Reflex-Empfänger (mit und ohne das NF-Modul) aufbauen. Wenn ich nachher Zeit und Lust habe, stecke ich den mal zusammen und schaue, was ich da so zu hören bekomme. Ich denke, es ist noch alles soweit vorhanden und hoffentlich intakt.

Gruss Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 09.03.2013, 12:45

Moin Moin,

hier erst mal die Bilder von der Schaltung und meines Aufbaus:
X1000_111_Schaltung.jpg
X1000_111_Schaltung.jpg (929.47 KiB) 24470 mal betrachtet
X1000_111_Schaltung.jpg
X1000_111_Schaltung.jpg (929.47 KiB) 24470 mal betrachtet
X1000_111_Aufbau.jpg
X1000_111_Aufbau.jpg (710.01 KiB) 24470 mal betrachtet
X1000_111_Aufbau.jpg
X1000_111_Aufbau.jpg (710.01 KiB) 24470 mal betrachtet
Ja die hFE kann man wohl definitiv ausschließen.
Meine Idee mit der Alterung bezog sich nicht auf das total Versagen eines Transistors (denn sie sind für andere Schaltungen ja OK), sondern eher auf parasitäre Sperrschichtkapazitäten. Allerdings hab ich keine Ahnung, ob die Größenordnungen erreichen die für einen MW-Empfänger relevant sind.

Ein Oszi habe ich, ist allerdings ein altes Billigteil. Ich hab nur kaum Erfahrung mit Messungen an Radio-Schaltungen. Von daher wäre ich dankbar für Tipps, wo Messungen sinnvoll sind und auf was ich da achten sollte.
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 09.03.2013, 14:10

Ich habe die Schaltung an T1 mit verschiedenen Typen getestet.

BC547C - hfe 576
BC574C - hfe 578
BC238C - hfe 450
BC547B - hfe 300

Mit allen Transistoren hatte ich gleich gute Empfangsergebnisse. Nur bei dem B-Type war die Kollektorspannung erwartungsgemäß etwas höher. Wobei der Transistor weit ab von Optimum arbeitet (Uce bei 2,0V bis 2,5V je nach Transistor).

Durch Außschluss möglichst aller Störquellen hatte ich nur noch ein hohes Pfeifen, das unabhängig von der Abstimmung gleich intensiv war.

Zunächst habe ich versucht die Spannungsversorgung der beiden Transisotrstufen zu entkoppeln, in dem ich R3 durch zwei Widerstände mit 10kΩ und 4,7kΩ ersetzt habe und zwischen die Widerstände verschiedene Kondensatoren (100nF bis 100µF) gegen Masse gelegt habe (Tiefpass). Durch diese Maßnahme gab es keine Änderung.

Das Pfeifen verringern konnte ich dann durch Ersatz von C2 in den Bereich 47nF bis 100nF. Bei 100nF war dann schon die obere Grenzfrequenz stark nach unten verschoben, so dass der Klang sehr AM mäßig klang.

@DerInder
Intressant ist immer noch, dass Du mit verschiedenen Transistoren verschiedene Ergebnisse erreichst.

Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 09.03.2013, 16:04

...zurück aus dem Keller....

Ich habe die Schaltung zusammengesteckt, vorher alle kritischen Teile geprüft (Transistoren, Diode, Filterspule).

Es funktioniert, für die Tageszeit üblich konnte ich NDR Info (Sender Hannover) auf 828kHz sehr gut empfangen, ebenso noch gut Deutschlandfunk auf 756kHz (Sender Braunschweig). Über den gesamten Bereich gab es sonst nur einige Brummstellen, die möglicherweise durch Energiesparlampen hervorgerufen werden. Und das nur mit einer 4 Meter langen Antenne im Keller, ohne Erdanschluss.
Der Empfang wurde natürlich lauter, wenn ich selbst mit nassem Finger Minus als Erdersatz berührte.

Wenn ich aber den oberen Draht im Bild zwischen R1 und Hochpunkt des Schwingkreises berühre oder mich ihm sehr stark nähere, gerät die Schaltung bei mir in den vom Audion bekannten Schwingungszustand mit Pfeifkonzert beim Durchstimmen und Nullstellen, wenn man genau auf einem Träger sitzt.
Aus Spass habe ich in die Plus-Leitung mal eine LED gesetzt. Wenn ich den Schwingungseinsatz schnell und stark provoziert habe, wird sie kurz heller, kein Audio, dann dunkel und leuchtet wieder schwach mit wieder einsetztendem verpfiffenem Empfang. Vermutlich Umladung des Elko.

Nachher, wenn es dunkel ist, werde ich weitere Empfangsversuche machen und auch natürlich die Schaltung mit Erde ans Heizungsrohrsystem legen. Den Fehler des generellen wilden Schwingens konnte ich aber leider (??) nicht nachvollziehen.
Der Aufbau vom indischen Jens sieht jedenfalls mustergültig aus.

Ein Versuch wäre, R1 (100k) aufzuteilen in zwei 47k und in der Mitte mit einigen nF zu erden. Hier wird ja die an der Diode erzeugte NF mit HF-Resten wieder auf den Schwingkreis und somit über die Spule an die Basis zurückgegeben. Alternativ auch mal R1 mit R2 tauschen und vergleichen.

Viele Grüsse
Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 09.03.2013, 16:33

Moin Moin,

der Tipp von Wolfgang hat meine Probleme (scheinbar) behoben. Ich hab C2 auch gegen einen 100nF Kondensator ausgetauscht und es scheint jetzt zu klappen. Natürlich werde ich heute Abend nochmal intensiver testen.

Sollte das Problem damit tatsächlich behoben sein, scheint es ja so zu sein, dass HF Reste über die NF-Stufe und die Spannungsversorgung rückgekoppelt wurden. Wie da allerdings der Zusammenhang mit den diversen Transistoren ist, erschließt sich mir nicht...
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 09.03.2013, 20:35

So, wieder aus dem Keller von der Empfängniserprobung.

Diese interne Kopplung wollte sich bei mir nicht einstellen. Ich hab auch die beiden originalen Transistoren (548C) mal gegeneinander getauscht. Aber mit Antenne und Erde macht der Ortssender dermassen Radau, dass ich zwischen Antenneneingang und Antenne einen 10k Widerstand eingesetzt habe. Dennoch war damit der Empfang auf dem gesamten Band möglich. Insgesamt konnte ich vier Rundfunkstationen ausmachen, das ist für einen Geradeausempfänger, sprich Diodendetektor schon nicht schlecht. Auf 630 kHz das russische Programm, Deutschlandfunk, NDR Info und weiter oben einen recht schwachen, den ich nicht identifizieren konnte.

Mit dem Vorwiderstand vor der Antenneneinkopplung war die Trennschärfe auch für das Konzept ganz ok, der Ortssender war nur recht begrenzt zu empfangen. Ohne Vorwiderstand einfach zu laut und verzerrt und quasi übers gesamte Band.

Tja, leider kann ich aber beim eigentlichen Problem nicht (mehr) weiterhelfen! Ich hoffe, ihr kommt mit den geplanten Bedämpfungsmassnahmen weiter! Richtig schöner MW-Empfang ist heute lange nicht mehr so gut möglich wie vor manchem Jahr. Schaltnetzteile, Energiesparlampen und so machen leider auf den Wellenlängen ziemlichen Rabatz.

Viele Grüsse
Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 10.03.2013, 15:15

Moin Moin nochmal,

der Empfang mit der modifizierten Schaltung, gestern Nacht, war ein voller Erfolg :-)
Ich bekam ca. 10-12 Sender rein und das ohne "Pfeifkonzert".

Allerdings hat mir die Ursache des Pfeifens keine Ruhe gelassen. Ich hab nochmal ein wenig Rumprobiert (alla H. Richter) und ich habe wohl eine Lösung gefunden.

Ich habe nur die Antenne und die Erde/Masse am MW-Modul vertauscht, siehe da, keinerlei Pfeifen mehr :shock:
Und das obwohl ich C2 wieder auf 6,8 nF geändert habe.
Der Empfang des Ortssenders klappt jedenfalls schon sehr gut.

Ich werde heute Abend nochmal den Fernempfang testen, bis dann.
Viele Grüsse
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 11.03.2013, 00:33

DerInder hat geschrieben:Ich habe nur die Antenne und die Erde/Masse am MW-Modul vertauscht, siehe da, keinerlei Pfeifen mehr :shock:
Und das obwohl ich C2 wieder auf 6,8 nF geändert habe.
Der Empfang des Ortssenders klappt jedenfalls schon sehr gut.
Hallo Jens,

ist ja intressant, dass die Störungen über die Erde kommen. Wie reagiert die Schaltung darauf, wenn Du die Erde/Masse-Verbindung trennst und der Eingangskreis ?

Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von foofighter » 11.03.2013, 11:18

Guten Morgen zusammen,

es scheint wirklich etwas mit dem Reflextransistor und den Erdungsverhälnissen zu tun zu haben. Ich hatte ja schon geschrieben, dass die Schaltung sowohl mit dem BC 548 C als auch mit dem BC 238 C sehr gut funktionierte. Ich hatte dabei aber die Erde nicht angschlossen, sondern nur die Antenne da ich schon bei anderen Radioschaltungen die Erfahrung machen musste, dass die Empfangsqualität mit Erde (bei mir über die Cu-Leitung der Heizung) schlechter wurde. In der Folgezeit ist mir allerdings durch ein Missgeschick einer der originalen BC 548 C abgeraucht. Also ein Griff in die Ersatzteilkiste, neuen BC 548 C eingelötet und... das Ganze funktioniert nicht mehr. Setzt man den Transitor als Verstärkertransistor für die NF ein funktioniert es wieder, als Reflextransistor nicht (schon das beschrieben Pfeifen und Rauschen, mehr nicht). Das ist bisher noch alles ohne Erdanschluß. Halte ich einen Finger an die Stelle wo eigentlich die Erde angschlosen werden sollte funktioniert auch der "Ersatz"-548er wieder wunderbar als Reflextransistor.

Wenn jemand dafür eine Erklärung hätte? :?

Grüße

foofighter

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 11.03.2013, 11:29

Moin Moin,

das Umpolen der Antennenspule war ein Reinfall. Außer dem Ortssender ist so nichts zu empfangen.

Von daher hab ich die Schaltung jetzt erst mal wieder zurückgebaut. Mit C2 auf 100nF.

@Wolfgang: Wenn ich die Masse von der Antenne trenne pfeift es nur noch und ohne Erde hab ich praktisch keinen Empfang mehr.

Ich hab übrigens in meinen Kosmos-Beständen noch ein drittes MW-Modul gefunden und das ist richtig schlecht, da pfeift die Schaltung sogar mit C2 auf 100nF und den "guten" Transistoren.

Heute Abend werde ich die Variante von Lutz probieren, sprich R1 in zwei 47k Widerstände aufteilen und einen 6,8n Kondensator dazwischen.

@foofigther: "schön" das das Problem nicht nur bei mir auftaucht :wink:
Hoffentlich finden wir noch eine Lösung für dieses Problem und die Ursache dafür.
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 11.03.2013, 18:09

Hallihallo!

Es ist gut möglich, dass hier die internen Kapazitäten im HF-Transistor koppeln bzw. auf einen anderen Weg die HF "kreiselt" und es so zur Oszillation kommt: Normalerweise legt man ja einen Anschluss des Schwingkreises auf die "kalte Seite" sprich Masse, wenn auch nur über einen Kondensator. Das wurde hier nicht gemacht. Entweder aus Bauteilemangel oder Anschlussproblematiken.

Mein Gedanke hierzu: "Unten" muss der Schwingkreis ja "heiss" sein, denn da sitzt der Transistor dran, der das hochfrequente G'lump verstärken soll. Tut er auch, am Kollektor ist die verstärkte HF vorhanden. Die Last der Basis ist hier nicht so gross,denn hinter dem Schwingkreis ist es hf- und gleichstrommässig recht hochohmig, sodass die Last der Basis den Schwingkreis nicht so stark bedämpft, bestenfalls über seine B-E-Kapazität.
Am Kollektor wird die HF über C1 ausgekoppelt und an D1 gleichgerichtet. HF-Reste verbleiben aber und können über R1 (durch C1 phasenverschoben) in den Kreis zurückgekoppelt werden, wo eigentlich nur noch die NF noch zurückkommen soll. Üblicherweise legt man parallel zur Diode noch einen C, der genau die restliche HF ableiten soll. Da aber über die eine Stufe nur wenig HF überhaupt da ist, wäre das kontraproduktiv (hab ich selber mit 4,7nF probiert.)

Getz kömmts aber: Der Punkt, wo der Schwingkreis "kalt" sein sollte und meines Erachtens in diesem Konzept auch sein darf, wäre der obere Anschluss des Schwingkreises, Anschluss 4 bzw. Kreuzungspunkt zwischen R1 und R2. Helft mir mal denken... das sollte klappen, denn dort wird über R1 ja nur die NF wieder eingespeist und läuft problemlos über das für NF recht kleine Z der Induktivität und gelang so quasi ungehindert wieder an die Basis, da mehr oder weniger alles dort hochohmig gehalten ist. Am Kollektor wird die NF dann wieder über R4 abgegriffen und dort HF-Reste "schulmässig" über C2 abgeleitet. Meine "wirren Reden" werde ich gleich mal selber ausprobieren gehen (Rechner steht ja nicht im Keller, wo der Baukasten steht).

Aber die Möglichkeit des aufgesplitteten R1 mit HF-Mässiger Beruhigung sollte eigentlich auch funktionieren.

Eigentlich ist die gesamte Aufbauweise der Schaltung aber von der empfohlenen "soliden HF-Masse" auch fragwürdig. Gut, diverse Drahtbrückchen ergeben keine so grosse Induktivität bis zur Masse des Eingangskreises, aber "schön" ist anders!
Dennoch, der rege Austausch bei solchen Effekten dient ja auch des Lernens hier! ;o))

Gruss Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 11.03.2013, 19:38

Moin Moin,

ES KLAPPT das Aufteilen von R1 in zwei 47k mit einem 6,8n Kondensator dazwischen, hat es gebracht.

Die Schaltung ist jetzt sogar sehr viel empfindlicher! Jetzt um 19:00 Uhr bekomme ich schon so viele Sender laut und deutlich rein, das die Trennung z.T. schon nicht mehr klappt.

Der Schaltplan ist nun wie folgt:
X1000_111_neu_Schaltung.jpg
X1000_111_neu_Schaltung.jpg (280.55 KiB) 24336 mal betrachtet
X1000_111_neu_Schaltung.jpg
X1000_111_neu_Schaltung.jpg (280.55 KiB) 24336 mal betrachtet
Der Aufbau sieht so aus:
X1000_111_neu_Aufbau.jpg
X1000_111_neu_Aufbau.jpg (892.3 KiB) 24336 mal betrachtet
X1000_111_neu_Aufbau.jpg
X1000_111_neu_Aufbau.jpg (892.3 KiB) 24336 mal betrachtet
So bringt das MW hören Spaß!

Ach ja mein "schlechtes" MW-Modul ist das empfindlichste :roll:
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 11.03.2013, 19:43

Sodele, wieder zurück von den reflexiven Spielereien....

Aslo das kapazitive "beerdigen" vom Knotenpunkt R1/R2 war nicht der Brüller. Skala nach unten verschoben, nur der Ortssender kam mühsam und recht breitbandig, Empfangsleistung drastisch gesunken. Der zwar geringe Basis-Strom legt den Dämpfungskondensator parallel zum Schwingkreis und verstimmt und belastet ihn.

Aufteilung von R1 in 2 mal 51k und 4n7 an Masse: Empfangsleistung ebenfalls spürbar abgesunken, Abstimmung leicht verschoben, Ortssender wird auch "breiter". Selbst mit "nur" 390 pF war das jedenfalls bei mir keine Verbesserung. Für noch weniger pF hatte ich dann aber auch keine Möge mehr. Jens, probiere mal mit kleineren Werten des Kondensators und überhaupt: Glückwunsch zur Verbesserung!

Aber: Heute kein zugebrummtes Band, ich konnte mit Antenne (5m Wurfantenne) und Heizungsrohrerdung im normalen Aufbau elf(!) Sender empfangen, die meisten konnte ich sogar verstehen, wenn auch nicht unbedingt die Sprache! Die üblichen Verdächtigen waren klar und laut und da NDR Info hier als Ortssender bei Einbruch der Dunkelheit die Leistung deutlich runterschaltet, hat er mir auch nicht das ganze Band zugemacht.

Ich habe sogar einen 150-Ohm Lautsprecher aus den Philips-Kästen statt dem Schmalzbohrer probiert, auch das geht gut bei kräftigen Sendern!

Es würde sich an meinem Ort lohnen, den Empfänger fest auf Platinenmaterial aufzubauen, mit Drehko und Ferritstabantenne. Dann bekäme er auch eine Ortssendersperre, die diesen deutlich und scharf dämpft.

Leider kann ich aber wieder zu dem "ständigen" Rückkoppeln nichts positives beitragen. Es ist wenig tröstlich, wenn nur bestimmte Transistoren eines bestimmten Typs gehen. Das ist schliesslich nicht Sinn der Sache, zumal für einen, der deswegen und ohne Info hier dann aufgeschmissen wäre und vielleicht auch die Lust verliert.

Viele Grüsse,
Lutz

p.s. auch bei den MW-Modulen scheint es in der Qualität bzw. Güte Unterschiede zu geben. Gut, das ist auch eine Schaltung, bei der sicher einiges möglich ist, es ist ein Sparkonzept, das sich industriell halt nie wirklich durchsetzen konnte. Warum wohl.... ;)
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 11.03.2013, 20:28

Moin Moin,

so hab noch mal andere Kapazitäten für C4 getestet.
Die untere Grenze scheint bei mir 470 pF zu sein dort bekomme ich auch schon die ersten Pfeifstellen. Die Trennschärfe nimmt gegenüber dem 6,8 nF nur geringfügig zu. Außerdem scheint die Tonqualität mit kleinerem C schlechter zu werden.

Ich hab jetzt auch einen 150 Ohm Lautsprecher drann und ich empfange aktuell ca. 10 Sender in angenehmer Lautstärke.
Interessant ist im Moment der "Wettkampf" zwischen Deutschlandfunk (1420 kHz) und RTL/CRI (1440 kHz), je nachdem welcher von beiden gerade stärker einfällt übertönt er den Anderen. Eine wirkliche Trennung schafft die Schaltung da nicht mehr.
Viele Grüsse
-=jens=-
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von foofighter » 11.03.2013, 20:34

Hallo Lutz,

die Ankopplung des Schwingkreises hat mich auch schon gewundert. Ich würde sagen die "kalte" Seite geht auf die Basis. Konnte ich mir auch nicht erklären, hab dann aber an diesen Artikel gedacht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Reflexschaltung

und hier wiederum der Part ab "Irrtümer und Fehler in der Betrachtungsweise". Wenn ich's recht verstanden hab, wird der Transistor "strommäßig" angesteuert. :?: Was mich auch wundert: In der Schaltung vom x 1000 fehlt eine Induktivität als "Arbeitswiderstand" für die HF, was bei Reflexempfängern ansonsten immer vorkommt.

Im Moment verwirrt mich das Ganze.

@DerInder: Glückwunsch, werden den Split auch mal probieren.

Grüße

foofighter

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 11.03.2013, 23:37

...ich komme auch mit neuen Ergebnissen aus dem Keller, aber erstmal eure Gedanken:
DerInder: Freut mich, dass du gute Erfolge hast! Ja, irgendwo ist bei der Aussperrung der HF und der Beeinflussung der NF ein Schnittpunkt. Die Angelegenheit ist da recht hochohmig, sodass 470pF schon auf den NF-Frequenzumfang wirken können. Es ist aber schon logisch, dass ein Geradeausempfänger (und das ist der Reflexempfänger, wenn er nicht in wilde Schwingungen kommt) seine Grenzen der Trennschärfe hat. Diesem Konzept muss man zugute halten, dass die hochohmigkeit jedenfalls keine zu grosse Bedämpfung des Kreises zur Folge hat.

Foofighter: hmmm, ich bin (ich gebe zu ich habe den Artikel aus Wiki eben nur überflogen) doch der Meinung, die Basis ist am "heissen" Teil des Schwingkreises, da der Transistor ja "zuerst" die HF verstärken soll, danach die NF. Aber.... irgendwie sind hier wohl auch die Grenzen fliessend. "Oben" kalt geht halt auch nicht! Vom Kollektor kommt ja über den R2 die gleichstrommässige Arbeitspunkteinstellung und ein klein bissel Gegenkopplung. Auch der NF-Einfügewiderstand ist recht hochohmig mit 100k, aber sollte eigentlich schon keine HF mehr führen. tut er aber doch! Hab ich vorhin gemessen, wenn die Geschichte in die Erregung gerät und pfeift und knurrt und macht und tut. Dazu später...

In der Tat hat der T1 keinen eigenen HF-Arbeitswiderstand als Drossel, das muss alles alleine der R3 mit 15k schaffen. Eine Drossel könnte hier dem R3 vorgeschaltet die Sache klarer machen und die Signalwege besser trennen. Eine Drossel ist aber im Kasten nicht enthalten, es muss also auch ohne gehen.

So, nun zu meinen neuen Erkenntnissen; Ich hab das Teil mal in Löt aufgebaut und hatte genau die Probleme von Jens. R1 aufsplitten und mit C beruhigen brachte nichts. Naja nicht nichts, aber nicht das Gewünschte. Zumal auch 1nF schon die NF stark bedämpfte und auch die HF. Ich dachte, ich hätte ne gute Idee, in dem ich mit dem Wert von R2 spielte, war aber auch nichts. Jedoch R3 zu erhöhen hat in diesem Aufbau die Lebensgeister geweckt. Zu R3 mit 15k gesellte sich als besten Kompromiss noch ein 47k in Reihe dazu. Gesamt also ca. 62k. Statt dem 47k Festwiderstand ein 220k Potentiometer machte ein Audion draus.... In der Stellung, wo kein Schwingen bei mir mehr einsetzte, war der Empfänger für einen Geradeausempfänger erstaunlich wach und trennscharf und das übers gesamte Band!
Allerdings auch erst mit Ankopplung von Wurfantenne und Heizungserde, trotz Ferritstab.

Auf jeden Fall ist das ein interessanter Empfänger, der aber wohl nicht unbedingt immer "aus der Schachtel" bestens arbeitet und damit schon Frust erzeugen kann, wenn er rückkoppelt, ohne dass er das soll. Wenn man sein individuelles Konzept so variieren kann, dass er gut arbeitet, hat man immer irgendwie Erfolg. Aber die Bauteileauswahl ist im Kosmos-Kasten ja sehr sehr begrenzt leider. Ein Potentiometer mit 10k ist ja enthalten, würde hier aber auch nicht helfen. Herr Richter lässt grüssen. Für seine teils recht unausgegorenen Schaltungen und Fussangeln war er ja weithin bekannt, hihi.

Letztendlich sind aber nun Ansätze vorhanden, was draus zu machen. Würde mich interessieren, Foofighter, welche Lösung bei dir am besten arbeitet!

Viele Grüsse
Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 12.03.2013, 06:47

Hallo,

ich habe mich durch verschiedene Handbücher gelesen. Danach ergibt sich schon ein Grund für die eigenwillige Anordnung des Schwingkreises als "Serienwiderstand". Philips und Busch verwenden eine Ferittantenne und verzichten auf Langdrahtantenne und Erde. Damit steht die Koppelwicklung für den Signalabgriff zur Verfügung. Diese Schaltungsvariante von Kosmos hat übrigens Heinz Richter schon im XG verwendet.

Gestern habe ich keine Versuche mehr geschafft, will aber die Variante mit der HF-Drossel noch mal testen.

Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 13.03.2013, 22:47

Das mit der Drossel als HF-Bremse wäre eine lohnenswerte Probe!

Ich habe gestern mal probeweise auch die Koppelwicklung im Transistorkreis probiert und den Parallelschwingkreis völlig separat, nur einseitig halt geerdet. Hier zeigt sich, dass die Trennschärfe zwar nicht so leidet, jedoch war die Empfangsleistung deutlich schwächer. Ist auch erklärlich, da ja die HF-Spannung durch das Verhältnis L zu Koppelwicklung deutlich geringer ist. Ein Audion mit einstellbarer Rückkopplung kann das bedingt ausgleichen (Entdämpfung des Kreises bis kurz vor dem Schwingungseinsatz bei AM), der Reflexempfänger, der ja eben nicht schwingen soll, kann das halt nicht.

So habe ich das wieder zurückgebaut und nehme die Koppelwicklung halt zur Einspeisung von Antenne und Erde. Das ist für einen Geradeausempfänger immer noch das Beste. Ich habe heute abend mal zwei Dinge probiert: Eine kürzere Wurfantenne direkt auf den Schwingkreis geklemmt. Mit Nachstellen von R3 war immer noch eine recht gute Trennschärfe erreichbar. Hier zeigt sich, dass der Empfänger kurz vor dem Schwingungseinsatz diese "Last" durch Anheben des Q gut wieder wettmachen kann.
Zum Anderen habe ich meine Amateurfunk-Kurzwellenantenne an die Koppelwicklung angeschlossen und habe sehr viele Sender hören können, wobei die Trennschärfe teils auch schon nicht mehr ausreichte. Es war schwierig und mit viel Fingerspitzengefühl ein Spiel zwischen der Einstellung von R3 (15k plus 250k Potentiometer) und Abstimmung, das Letzte an Trennschärfe herauszuholen. Dann bin ich aber eine ganze Weile auf Deutschlandfunk geblieben wegen "Habeamus Papam".
Also nicht Sender gezählt sondern Radio gehört! :O)) Das kommt ja leider gelegentlich bei solchen Experimenten doch etwas kurz.

Viele Grüsse
Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 18.03.2013, 23:42

Hallihallo!

Leider kam von euch noch nichts Neues an Erkenntnissen, daher will ich meine hier noch mal ergänzen!

Ich habe heute die Version mit dem Verstärkermodul zusammengesteckt. Dabei ist mir folgendes noch einmal klar geworden:
Bei diesem Geradeausempfänger (letztlich ist ein Reflexempfänger ja auch nichts anderes) kommt es auch sehr darauf an, wie stark die Antenne an den Kreis angekoppelt ist. Ohne externe Antenne ist er natürlich mausetot, da das L des Kreises ja in einem Abschirmbecher wohnt. Antenne und Erde sind also mehr oder weniger ein Muss, damit man etwas hört. Als "Erde" benutze ich das Heizungsrohrsystem, welches auch natürlich an dem Tiefenerder und der Potentialausgleichschiene liegt. Als Antenne so 4m Draht im Keller, hochgehangen.

Beides zusammen lässt auch den Kosmos-Aufbau in Rückkopplung, sprich Schwingungen geraten. Mit einem Widerstand von 3,3 k zwischen Antenne und Einkoppelwicklung ist der Empfang bei mir nun optimal. Ortssender kommt noch sehr sehr kräftig, ist aber von der Bandbreite bzw. Bandbedeckung gut. Ich habe gerade so etwa gut 20 Sender klar hören und trennen können.

Es scheint also so zu sein, dass "zuviel" Antenne die Schaltung auch überfordert, sodass das Überangebot an HF den HF-Transistor ins Schwingen bringt. Probiert doch mal bei gleichen Problemen, die Antennenlänge zu verkürzen bzw. eine "HF-Lautstärkeregelung" in Form eines Widerstandes oder Potis einzubringen.

Unter dem Strich muss ich aber betonen, dass diese Schaltung trotz ihres geringen Aufwandes sehr gelungen ist, wenn man die Problemchen in den Griff bekommen hat! Die Empfangsleistung hätte ich von einem Geradeausempfänger trotz der HF-Vorstufe wirklich nicht erwartet.

Viele Grüsse
Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 19.03.2013, 06:22

Hallo Lutz,

leider gibt es bei mir noch keine neuen Erkenntnisse, von denen ich schreiben könnte. Ich kampfe zur Zeit mit dem grundsätzlichen Empfang. In meiner Region habe ich am Tage keine Sender, sondern kann nur Nachts etwas zu empfangen. Bei meinem letzten Versuch hatte ich ein breitbandiges Brummen, das auch mit verschiedenen Antennen und den hier beschriebenen Schaltungsänderungen keine Besserung brachte.

Gruß
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 20.03.2013, 07:46

Hallo Wolfgang!

Ja das kenne ich, dieses sehr breitbandige Brummen auf dem MW-Band habe ich teils auch. In aller Regel sind das irgendwelche Schaltnetzteile und/oder Energiesparlampen. Ein guter Superhet leidet da nicht so darunter, der Reflexempfänger schon.
Ich hab das hier auch, bei mir sinds aber die Familienmitglieder oben mit ihren Geräten und wenn die schon schlafen, hab ich guten Empfang. Sonst kann ich das auch vergessen und höre bestenfalls in der dunkelen Tageszeit 2-3 starke Sender.

Gerade weil der Reflexempfänger ja Antenne und Erde benötigt und Erde ja gerne die "Hauserde" ist. Die koppelt natürlich alles mit ein, was sie kriegen kann, eben auch Störpotential aus dem Lichtnetz. Irgendwo im Keller läuft das ja zusammen.

Viele Grüsse
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 21.03.2013, 15:42

Moin Moin,

ich hab jetzt auch mal die Variante mit einem Widerstand in der Antennenleitung getestet. Allerdings habe ich statt einem Festwiderstand den Poti genommen.
Wenn ich den Poti so einstelle, dass gerade keine Schwingungen auftreten, ist der Empfang echt super. Das ist bei mir so ca. bei 1 kOhm.
Im Gegensatz zur Originalschaltung habe ich nur C2 auf 100nF geändert, dann ist der Klang besser.
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Aufbau mit Poti
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 21.03.2013, 20:36

Hallo Jens!

Das mit dem Poti ist auch eine sehr gute Idee, hätte von mir sein können ;o))

Ich hatte die Pultplatter ja gerade erst die Tage fertig zusammengebaut, um die Variante mit dem NF-IC aufzubauen; das war alles bei mir noch unberührt. Sonst wäre ich auch darauf zu kommen. In uralten Konzepten findet man ja entweder mehrere Antennen-Ankopplungspunkte an der Antennenspule oder mehrere Koppelkondensatoren bis runter zu ganz wenigen pF oder in der Luxus-Version fand noch ein (teurer!) Drehkondensator Anwendung. So war man je nach realisierbarer Antenne noch flexibel um den Empfänger nicht zu überfahren.

Was evtl. auch noch zu probieren wäre, das ist das Poti in den Emitter des ersten Transistors gegen Masse einzuschleifen. Auch auf diese Weise kann man eine "HF-Lautstärkeregelung" oder besser -Einstellung erreichen. Wie sich das in diesem Konzept macht, wäre mal interessant. Auf jeden Fall wird damit die Verstärkung einstellbar herabgesetzt, aber eben dann auch für die NF.

Viele Grüsse
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von wolfgang » 22.03.2013, 01:34

So, von mir auch mal wieder ein paar Erkenntnisse:

- Antenne mit Poti zur Dämpfung: Das brachte was. Der breitbandige Brumm wurde stärker bedämpft als das Nutzsignal. Vielleicht ist mein Brumm ja doch schaltungsbedingt und kein Netzteil.

- Ersatz des Potis durch einen Drehko bracht eine Verschlechterung.

- Ich hatte die Abstimmung über die Spule einstellen und Drahtbrücken stecken satt und wollte einen Drehko anschließen. Egal wie ich ihn angeschlossen habe, es gab immer eine starke Handempfindlichkeit. Das spricht dafür, dass die Schaltung nicht wirklich ein kaltes Ende hat, sondern beide Enden irgendwie mehr oder weniger heiß sind.

- Also Spule gedreht und Schwingkreis mit direkter Antennen- und Erdkopplung. Verbindung zur Schaltung über die Koppelspule. Das brachte nur Verschlecherung, auch mit Einsatz einer anderen Spule mit Anzapfung für Antennkopplung.

Gruß
Wolfgang

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von DerInder » 22.03.2013, 09:52

Moin Moin,

ich hab gestern auch noch ein wenig rumprobiert.
Zum Einen den Poti am Emitter und zum Anderen den Poti zur Arbeitspunkt-Einstellung an der Basis. Beide Varianten haben bei mir funktioniert, allerdings war das korrekte Einstellen des Potis sehr schwierig und die Empfangsleistung blieb deutlich hinter der Variante mit Poti an der Antenne zurück.

Ich hab jetzt wieder den Poti im Antennenzweig, allerdings hab ich den Fußpunkt des Potis jetzt auf Masse gelegt. Dadurch kann ich die Empfindlichkeit (bzw. die Stärke der einfallenden Sendesignale) anpassen. Selbst den Ortssender konnte ich so weit dämpfen, das er ohne Übersteuerung reinkam. Bei den schwächeren Sendern musste ich dann bis kurz vor Schwingungseinsatz aufdrehen, dadurch bekomme ich zwar einige Verzerrungen, aber auch eine ganze Menge an Sendern :-)
Viele Grüsse
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Lutz » 23.03.2013, 11:18

Wolfgang: Bei meinem Nachbau in "Löt" musste ich auch den Drehko isoliert montieren und einen dicken Kunststoffknopf verwenden. Eine Verlängerung der Drehko-Achse mit einem passenden Kunststoffstab und einer Achskupplung lässt diesen Effekt dann verschwinden.

Ich tippe sehr darauf, dass deine Schaltung an sich nicht brummt, das sind beinahe garantiert Störfelder, die deine Antenne mit aufnimmt.

Zu der "gedrehten" Antenne: Das kann ich nur bestätigen. Der Schwingkreis gehört hier an den Transistor, nur so entfaltet die Schaltung ihre Möglichkeiten. Besonders in Verbindung einer einstellbaren Einkopplung des Antennensignals, wenn es zur Selbsterregung kommt.
Das Verhältnis Einkoppelwicklung zu Schwingkreiswicklung ist "nicht ohne" wie man so schön sagt.

DerInder: Prima... Schon mein Vater sagte mir, dass mit solchen einfachen Empfängern viel möglich ist (er meinte zwar mehr das Audion mit regelbarer Mitkopplung), "man muss aber damit spielen können wie auf einem Musikinstrument". So drückte er sich aus, als er von frühen Radios und unbedarften Benutzern erzählte, die mit "Göbbels-Schnauze" etc. wirklich nur den Ortssender bekamen. Für Tante Lieschen war es einfach zuviel, die Rückkopplung je nach Frequenz neu einzustellen um maximale Leistung aus dem Audion zu bekommen. Gut, ist hier ein wenig OT, aber zielt eigentlich auf die gleiche Materie: Dem Empfänger das Maximum zu entlocken. Und das ist schon einiges. Zwar so nicht in der Bauanleitung vorgesehen, aber damals gabs ja auch noch keine Foren. Aber es gab vor -zig Jahren ja schon den "Radiomann" von Kosmos mit der Raumladeröhre RES164 und Rückkoppelung. Auch der konnte erstaunliches leisten wie auch einer seiner Nachfolger mit der EF98.

Viele Grüsse
Lutz
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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von flo143 » 21.05.2016, 08:14

Hallo zusammen,

ich exhumiere mal diesen Uralt-Thread, da ich gerade mit meinem Radio-tech am basteln bin und offenbar dieselben Pfeif-Phänomene habe wie hier schon beobachtet.

Bei mir geht es um Versuch 235ff. aus dem Radio-Tech, ein recht fortgeschrittener MW-Superhet. Fürchterliches Pfeifen über alle Abstimmbereiche, sehr schlechter Empfang. Wenn mit viel Fingerspitzengefühl ein Sender eingestellt ist, geht das Pfeifen stark zurück.

Mehrfache Versuche mit dem einzelnen in dieser Schaltung verwendeten NPN-Transistor ergaben, dass dieser auch hier tatsächlich für das Pfeifen verantwortlich ist. Ich besitze insgesamt 6 Kosmos-Transistormodule, davon funktionieren in dieser Schaltung lediglich 2. Und sie verhalten sich auch bei mir in anderen Schaltungen und im Multimeter-Transistortest absolut unauffällig.

Liebe Grüße
Florian

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von Frankje » 22.05.2016, 16:33

Hallo Florian und Mitglieder,
Ich habe das Versuch aufgebaut und ich hatte dasselbe Pfeifen und Störungen. Mit meiner oscilloscoop habe ich festgestellt das an die Eingänge von der Verstärker ic das HF Signal steht. Mit einer Kondensator von 100 nF von Kollektor nach + sind die falsche Schwingungen weg.
Aber es gibt nog ein anderes Problem, die schwingkreis geht nicht höher dan 1000 kHz. Vielleicht darum könntest du nichts hören :shock:
Ich habe das Glück RTBF ist nicht wie so höhe. Könntest du etwas ausprobieren ?
Auch die Einstellung von Poti P2 ist wichtig. Nicht vergessen Brücke X zu entfernen.
Grüße
“All the electronic devices are powered by white smoke. When smoke goes out, device is dead.”
― Milan Nikolic

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Re: X1000 Reflexempfänger

Beitrag von flo143 » 23.05.2016, 07:34

Hallo Frankje,

ich habe inzwischen herausgefunden, was in meiner Schaltung für das Pfeifen sorgt. Es sind nicht die Transistoren...
Bei mir kommt (kam) das Pfeifen daher, dass das LC-Modul keine Isolierplatte hat. Dadurch wird ein Kondensator von einer Steckfeder kurzgeschlossen.
Täusche ich mich, oder war wirklich keine Isolierplatte für das LC-Modul dabei? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, mal eine gehabt zu haben.

Jedenfalls ist das Pfeifen absolut weg, seitdem ich das LC-Modul von unten isoliert habe. Gefunden habe ich diesen Fehler mit einem Signalinjektor. Ich habe dabei genau wie du auch festgestellt, dass die HF direkt zum AMP-Modul durchgeht. Aber das ist ja auch klar, wenn der Kondensator überbrückt wird.

Wir haben hier in D ja leider keine Mittelwellen-Sender mehr. Daher kann ich sowas immer nur spät abends ausprobieren, tagsüber empfange ich hier wirklich gar nichts auf Mittelwelle.

Bei mir geht der Schwingkreis deutlich über 1000kHz, so bis ungefähr 1600kHz. Dafür geht er bei mir nicht unter 900kHz, also genau anders rum wie bei dir! :mrgreen:

Liebe Grüße
Florian

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