Chemielabor Küche

Moderator: suntri

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Chemiker

Chemielabor Küche

Beitrag von Chemiker » 18.06.2008, 18:56

Hallo,

hat jemand den Kasten oder sogar schon die Versuche gemacht? Der Kasten ist nicht mehr im Handel, hat wohl mal so 30-40 Euro gekostet, ist aber bei Ebay regelmäßig sehr billig erhältlich. Neulich wurde einer neu/ungebraucht für 3,72 abgegeben.

Grüße

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Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 19.06.2008, 01:56

Das Handbuch wäre hier Super, freigabe Ja/Nein

Habe gerade auf der Kosmosseite geschaut, ob die was vergleichbares zu Zeit anbieten, leider Nein, dafür sehe ich aber das:

http://www.kosmos.de/

Experimetierkästen A-Z
Buchstabe F


Forscherlabor Elektrochemie

Soll im Herbst erscheinen, das wäre doch mal was oder was meint ihr?
Zuletzt geändert von Wilhelm am 05.07.2008, 08:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Chemiker

Beitrag von Chemiker » 03.07.2008, 21:17

Der Kasten ist sehr spartanisch ausgerüstet, es gibt keine Reagenzgläser oder Reagenzglasständer oder -halter. Dafür Plastikbecher. Einziges richtiges Laborgerät ist ein 25ml Becherglas, das zum Erhitzen auf den Küchenherd gestellt werden soll. An Chemikalien ist nur Kupfersulfat, Ninhydrin und Kaliumpermanganatmischung vorhanden. Es sind 76 Versuche beschrieben. Dafür enthält die "Einkaufsliste" über 100 Dinge, die aus dem Supermarkt/Baumarkt/Drogeriemarkt extra zu beschaffen sind. Mag sein, daß einige Sachen schon im Haushalt vorhanden sind, trotzdem würde ich als Elternteil aus den Wolken fallen wegen dieses Extraaufwands. Der Kasten mag zwar nur 30 Euro gekostet haben, aber mit den extra Sachen wird es richtig teuer. Der Kasten kann kein Renner gewesen sein, denn er ist schon nicht mehr im Programm. Die Versuche sind kindgerecht, ohne viel Theorie. Man braucht kein (Badezimmer-)Labor, denn da ohnehin nur mit Lebensmitteln, Waschmitteln, Putzmitteln gearbeitet wird, reicht laut Buch die Küche aus. Trotzdem werden laut EU Vorschrift die Eltern beschworen, ja nur gut aufzupassen. Ich befürchte, die wenigsten Eltern werden sich die Zeit nehmen wollen. Vielleicht möchten die kleinen Racker auch mal etwas aushecken, ohne das Mama und Papa ständig über die Schulter sehen. In meinen Augen ist das Konzept zum Scheitern verurteilt. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel. Nichts halbes und nichts ganzes. Kein richtiger Chemiekasten, aber für ein reines Spielzeug doch zu kompliziert und zu teuer.

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Beitrag von Wilhelm » 27.08.2008, 22:18

Chemiker hat geschrieben:Der Kasten ist sehr spartanisch ausgerüstet, es gibt keine Reagenzgläser oder Reagenzglasständer oder -halter. Dafür Plastikbecher. Einziges richtiges Laborgerät ist ein 25ml Becherglas, das zum Erhitzen auf den Küchenherd gestellt werden soll. An Chemikalien ist nur Kupfersulfat, Ninhydrin und Kaliumpermanganatmischung vorhanden. Es sind 76 Versuche beschrieben. Dafür enthält die "Einkaufsliste" über 100 Dinge, die aus dem Supermarkt/Baumarkt/Drogeriemarkt extra zu beschaffen sind. Mag sein, daß einige Sachen schon im Haushalt vorhanden sind, trotzdem würde ich als Elternteil aus den Wolken fallen wegen dieses Extraaufwands. Der Kasten mag zwar nur 30 Euro gekostet haben, aber mit den extra Sachen wird es richtig teuer. Der Kasten kann kein Renner gewesen sein, denn er ist schon nicht mehr im Programm. Die Versuche sind kindgerecht, ohne viel Theorie. Man braucht kein (Badezimmer-)Labor, denn da ohnehin nur mit Lebensmitteln, Waschmitteln, Putzmitteln gearbeitet wird, reicht laut Buch die Küche aus. Trotzdem werden laut EU Vorschrift die Eltern beschworen, ja nur gut aufzupassen. Ich befürchte, die wenigsten Eltern werden sich die Zeit nehmen wollen. Vielleicht möchten die kleinen Racker auch mal etwas aushecken, ohne das Mama und Papa ständig über die Schulter sehen. In meinen Augen ist das Konzept zum Scheitern verurteilt. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel. Nichts halbes und nichts ganzes. Kein richtiger Chemiekasten, aber für ein reines Spielzeug doch zu kompliziert und zu teuer.
Habe den Kasten gerade bei ebay bekommen, mal schauen ob die Einkaufsliste tatsächlich so lange ist, normalerweise hat die "kluge Hausfrau" ja einiges in ihrer Küche.

Der Kasten ist ja wohl auch eher kozipiert worden um "chemische" vorgänge die sich in der Küche, beim kochen, putzen etc. abspielen zu erklären, einfach die Chemie des Altags. Ich lass mich mal überraschen und werde berichten.

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Beitrag von Wilhelm » 08.09.2008, 22:48

Der Kasten ist schon eine Weile bei uns, leider erst das Handbuch angeschaut, scheint aber recht Interessant zu sein, ab 10 Jahren.

Es fängt an mit Rothkohlversuchen Ph-Werte, Säuren-Laugen, Jod, Gips, Zucker, zb. Kandiszucker selbst Herstellen etc., Marmelade, Gelees, Getreide-Stärke, Kartoffeln, Fette und Öle, Essig, Obst und Gemüse zb. herauslösen der Farbstoffe, Chlorophyl - wusste übrigens jemand das Chlorophylhaltige Nahrungsmittel gut gegen Körpergeruch sind? - , Cola, vergärung und Alkohol, Kaffe, Tee, Eier, Milch, Käse, Seife, Kalk, Metallpolitur und - von Oma - Zahnprothesenreiniger.

Viel zukaufen muss man nun wirklich nicht.

Ich finde das Thema sehr Interessant, für Kinder sicherlicher eine wahre Fundgrube, aber auch für unsereiner, oder wer weiß warum Puding fest wird?

Sobald es geht werd ich mal mehr von den einzelnen Versuchen einstellen.

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Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 11.11.2008, 19:24

Versuch mit Rotkohlsaft (Blaukraut)

Kraut kleinhacken, mit Löffel zerdrücken bis der Saft ausläuft, diesen in ein Fläschchen filtrieren.

Drei Gläschen vorbereiten, in das erste etwas Essig, in das zweite etwas destiliertes Wasser, im dritten ein Spatel Soda in etwas Wasser auflösen.
Mit der Pipette in jedes Glas 10 Tropfen Rotkohlsaft.

Der Rotkohlsaft in Essig färbt sich rot (reagiert also sauer), in Wasser blau bis blauviolett (reagiert also neutral), in Sodalösung blaugrün bis grün (also basisch)

Wie kommt das? Der Rotkohlsaft enthält Pflanzenfarbstoffe sogenannte Anthocyane, die ihre Farbe ja nach Säuregrad ihrer Umgebung ändern.

Solch Farbstoffe kommen auch in andern Pflanzen vor, zb. Stiefmütterchen, Veichen, Radischen, Heidelbeeren.

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helmut

Anthocyane

Beitrag von helmut » 12.11.2008, 12:59

In einigen Baukästen wurden schon vereinzelt Anthocyane (Rotkohlsaft) als Ersatz für Indikatoren (Lakmus, Phenolphthalein, Methylrot -orange) erwähnt bzw. keine Indikatoren beigegeben.

Leider sind sie aber nicht brauchbar! Man versuche mal die grüne Färbung (etwa pH 9-10) wieder in rot zurück zu verwandeln.

Anthocyane sind also nicht stabil (auch nicht im sauren) und zerfallen sehr schnell im alkalischen Bereich. Hausfrauen geben deshalb meist Essig oder saure Äpfel (Apfelsäure) und nicht Natron ins Gemüse (Anderenfalls würde schon am nächsten Tag der Rotkohl schmutzig blau-grün aussehen) Ein Teil der grünen Farbe rührt vom Chlorophyll her, das erst beim Zerstören des Anthocyankomplexes sichtbar wird - jedoch auch sehr schnell zerfällt.

Übrigens ein schöner, sehr beständiger Indikatorfarbstoff ist Thylmolblau. In Alkohl gelöst ist er gelblich-orange. In Säuren rot, neutral grün und im alkalischen Bereich blau. Die alkoholische Lösung war bei mir noch nach über 30 Jahren !!! einwandfrei zu gebrauchen. (bis mir vor kurzem die Flasche ausgelaufen ist)

Thymolblau hatte ich mir damals besorgt weil es in A. Kempers Chemischen Experimentierbuchs erwähnt wurde und war sicherlich billiger als Lackmus-Pulver.

Warum es nicht in Baukästen verwendet wurde kann ich mir bis heute nicht erklären.

Helmut

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Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 08.12.2008, 00:33

Versuch mit Jod:

Es wird eine verdünnte Jodlösung gebraucht.

Man gibt ein klein wenig Mehl in ein Reagenzglas, fülle etwas mit Wasser auf, schütteln und gibt einige Tropfen der verdünnten Jodlösung dazu, die Lösung wird blauviolett.

Das Jod verbindet sich mit der Stärke des Mehles und färbt es, das selbe funktioniert auch mit anderen Stärkehaltigen Lebensmitteln, wenn man zb. eine Kartoffel durchschneidet und einige Tropfen auf die Schnittfläche gibt, wird auch diese sich verfärben.

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GeorgS

Beitrag von GeorgS » 08.12.2008, 12:59

Hallo Wilhelm, Helmut,
zum Rot-(Blau-)kraut als noch eine Anmerkung.
Die Farbe dieses Gemüses ist auch eine Frage
der Chemie des Leitungswassers. Ist das Wasser
hart (Calziumhydrogencarbonat) , wird beim Kochen
CO2 entbunden und das ganze sacht ins alkalische
verschoben.
Somit gibt es auf der Alb (auch Ulm?) ohne Essig
Blaukraut, anderswo (weiches Wasser) Rotkraut.
Damit wird oft der Sprachgebrauch Rot- /Blau- in
Verbindung gebracht, ob das wirklich stimmt, weiß ich nicht.
Ich erinnere mich noch, daß Rotkrautsaft als Indikator
Gegenstand einer meiner ersten Chemiestunden
im Gymnasium war, lange her :=(
Thymolblau: hat zwei Umschläge, einen bei 1,2 bis 2,8,
den anderen bei 8,0 bis 9,6. Insofern etwas kompliziert
und "unpädagogisch" für Anfänger.
Besser wäre Bromthymolblau, das hat seinen Umschlagspunkt
ziemich genau neutral: 6,0 bis 7,6. Der Preis dürfte keine Rolle
spielen, bei den geringen Mengen in einem Baukasten.
Gruß
Georg

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helmut

Indikatoren

Beitrag von helmut » 09.12.2008, 09:39

GeorgS hat geschrieben: Thymolblau: hat zwei Umschläge, einen bei 1,2 bis 2,8,
den anderen bei 8,0 bis 9,6. Insofern etwas kompliziert
und "unpädagogisch" für Anfänger.
Das Ganze hat aber auch Vorteile! So reicht ein Indikator aus um den Umschlagspunkt von schwachen Laugen mit starken Säuren bzw. starken Laugen mit schwachen Säuren besser zu beobachten. Hier liegt der pK ja bekanntlich im sauren bzw. im alkalischen Bereich. Hierzu wären zwei Indikatoren (z.B. Methylorange und Phenolphthalein) erforderlich. Beide sind jedoch für den Umschlagspunkt im entgegengesetzten Bereich nicht geeignet. Der "doppelte" Umschlagspunkt ist daher eher als Vorteil anzusehen weil mit den üblicherweise benutzten Säuren und Laugen eindeutige Farbänderungen auftreten.

Genauer wäre eben doch nur ein pH-Messgerät (heute schon für weniger als 50 Euro zu haben) das aber ohne das grundsätzliche Verständnis von pH-Wert, Pufferbereiche sowie der Kalibrierung desselben nur wenig nutzt.

Helmut
Zuletzt geändert von helmut am 09.12.2008, 12:53, insgesamt 1-mal geändert.

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helmut

Chemikalien im Chemielabor Küche

Beitrag von helmut » 09.12.2008, 11:10

Auch ich habe bei Ebay solch einen Kasten für wenig Geld ersteigert. Die Portokosten betrugen deutlich mehr als als der Auktionspreis!
Besonders überrascht war ich das der Kasten praktisch komplett war.

Hier noch mal die Zusammenstellung:

1 Schutzbrille ( gute Industriequalität aber für kleine Kinderköpfe wohl zu groß)
3 Enghalsflaschen 30ml mit Schraubverschluss
1 Trichter
3 kleinere Plastikdosen (in 3 Farben)
1 größerer Plastikbecher
3 Schnappdeckelgläser
1 Doppellöffel (Typ Kosmos)
1 Öffnungshilfe Plastik (Typ Kosmos)
3 Kunstoffpipetten (1-3ml)
1 Becherglas 25ml
1 Drahthalter (wohl für das Becherglas)
1 Bürste
1 Anleitungsheft
1 Bestellschein
1 Satz Etiketten
1 Prospekt (Experimentierkästen 2001/2002)
1 Röhrchen Plastik Kupfersulfat
1 Röhrchen Plastik Kaliumpermanganat/Natriumsulfat 1:2
1 Röhrchen Plastik Ninhydrin
Das wars.

Ein kompletter Kasten? Nun, negativ fällt auf das es kein Filtrierpapier gibt (Es wird auf weisse Kaffefiltertüten verwiesen).
Leider werden die heute praktisch nur noch von der Firma Melitta geliefert und auch die nur noch mit Löchern, sprich Aromaporen. Fast alle anderen liefern nur noch braunes Filterpapier und das dürfte ebenso für die Chromatographie schlecht geeignet sein.
Der Hinweis auf die heute noch erhältlichen runden weissen Filterblätter (94 mm weiss) von Melitta, die zum Filtrieren durchaus geeignet sind, ist etwas versteckt in der Übersicht vorhanden. Sie sind sehr preiswert (etwa 1 Euro für 100 Stück!) und auch sonst zu empfehlen.

Auch das Buch hat mir nicht gefallen!
Es ist sehr schön bebildert aber sowohl Layout als auch Typologie und Bildsetzung sind geradezu dilettantisch! So hatte ich manchmal Schwierigkeiten zu erkennen welches Bild wohin gehören sollte oder wo der Text weiter gehen sollte. An sonsten habe ich einige "Versuche" aus aus alten Chemieanleitungen wiedergefunden und war sehr überrascht.

Positiv war zu bemerken das Ninhydrin (wenn auch nur sehr wenig) beigegeben wurde. (Chromatographie bzw. Nachweis für Eiweiss).

Fazit: Das Chemielabor Küche ist auch ein Küchenlabor (ein etwas heikles Thema). Einige "Versuche" sind schon vom All-Chemist der aus den 30er Jahren enthalten andere sind neu und durchaus interessant. Das Layout des Buches lässt zu wünschen übrig!
Völlig unsinnig sind immer wieder auftretenden "Warnhinweise" während zum Beispiel die reale Gefahr einer schweren Verbrennung (beim Zubereiten von Bonbons oder Kandiszucker) nicht ewähnt wird.

Im Gegensatz zu früheren Kästen soll man Chemikalien oder (schlechte) Ersatzstoffe (Betaisodonna Lösung an Stelle von Jodtinktur!) zusätzlich kaufen um die Versuche durchzuführen.

Warum man zum Beispiel Citronensäure, Soda etc. kaufen soll (eine andere Anleitung verlangte "Fleckensalz"), um dann so eine Art Fehlingscher Lösung herzustellen, anstatt gleich geeignete Chemikalien beizugeben zeigt auch von einer gewissen "Doppelmoral" hinsichtlich der EU-Normierungen.

Ich finde das Konzept zwar interessant, leider aber nicht gut umgesetzt.
Mit gelochtem Kaffeefilterpapier kann keiner überzeugend chromatographieren. Ein Hinweis auf einen guten Papierladen (dickes feinporiges Löschpapier oder ähnliches ungeleimtes Papier) bzw. die Beigabe von 1-2 Bogen geeignetem Papier wäre besser gewesen.

Helmut

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Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 10.12.2008, 20:48

Zunächst einmal freut es mich dank helmut und GeorgS wieder etwas dazugelernt zu haben.

Das Anleitungsbuch -wie überhaupt alle neueren Handbücher von Kosmos-
finde ich auch zu "cool" weniger wäre oft mehr , speziel im Zeitalter der permanenten Reizüberflutung wäre es angebracht zu früheren Tugenden zurückzukehren, übersichtlich, klar und eben der gewisse wissenschaftliche touch.
Wie helmut auch schon erwähnte von Gefahren in der Küche selbst wird nichts erwähnt, schnitte mit dem Messer, heiße Herdplatten, Flüssigkeiten, Karamel etc.

Ich meine aber trotzdem das man das meiste für die Versuche schon im Haushalt hat, wobei der Kasten wirklich etwas spärlich bestückt ist und laut Kosmos die Materialkosten gar nicht der Preisfaktor sind.

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Re: Chemielabor Küche - Layout der Anleitungen

Beitrag von FH2018 » 15.06.2018, 16:02

Hallo,
hier ein Update bzgl. des Layouts von Anleitungen:
Leider hat sich da in den letzten zehn Jahren nichts geändert. Überflutung pur.
Ich hab mir kürzlich verschiedenste Chemiebaukästen gekauft (von Philips CE1402 über das Clementoni Chemielabor zu Kosmos C2000 und C3000; Schuco Chemie C - Profilab gibt es derzeit offenbar leider gar nicht am Internet-Gebrauchtmarkt) und ich schätze das strukturierte Layout des Philips-Kastens sehr.
Mein Plan ist ein eigenes Experimentierhandbuch zu erstellen (in Latex) mit einer guten Mischung aus ausreichendem, kurz und knappem Text und Abbildungen.
LG,
Florian.

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Re: Chemielabor Küche

Beitrag von Wilhelm » 24.06.2018, 15:04

Da war doch noch was und schon wieder sind zehn Jahre vorbei, der Kasten steht immer noch im Regal, die ersten Versuchen wurden abgearbeitet, irgendwann mal, die Kinder haben ganz andere Interessen. Muss er (der Kasten) jetzt auf die Enkel warten, wo man das versäumte nachholen will?

Vom Aufbau her haben sich die Handbücher die letzten ca. 20 Jahre nicht mehr groß verändert. Der Aufbau einer bunten Seite ist am PC natürlich einfacher und schneller oder technisch überhaupt machbarer als ein Layout in den 60igern, 70igern. Über Sinn und Unsinn kleiner und manchmal einfacherer Textbausteine unterbrochen von viel Freifläche und Fotos, kann man geteilter Meinung sein, bzw. das Alter des Kindes oder Jugendlichen berücksichtigen. Vor mir liegen gerade die Bücher des C1, C3000 und Chemielabor Küche das aber für Kinder konzipiert ist und daher schon anders aufgebaut sein sollte, tut es aber von der optischen Aufmachung zum C3000 eben nicht. Klar das der Text anspruchsvoller und schwieriger ist. Auch heutige Schulbücher lehnen sich an diesen Stil an. Ganz anders das Buch des C1, wenig freie Fläche, jede Menge große Blöcke Text und kleine Schrift. Auf Nachfrage bei einer 18 jährigen was sie lieber lesen würde, klare Antwort, der moderne Stil, weil man da weniger lesen muss und schon Fotos hat. Keine Frage, lernen und die Vermittlung von Wissen, nicht nur auf Grund des Internet und Digitalisierung, hat sich stark verändert, zum besseren, schlechteren oder einfach anders kann ich nicht beantworten.

Schuco C Profilab, einfach bei Norbert runterladen : http://norbert.old.no/kits/6600/6603.html
Die paar Substanzen oder Teile die man noch benötigt bekommt man leicht.

Schon seit Jahren lese ich immer wieder von einem Chemiekasten Eigenbau, wurde wohl nie realisiert, macht auch keinen Sinn.
Ein Buch selbst zu erstellen wäre aber schon eine Aufgabe. Würde zwar dann in einer Zusammenstellung von vielen aktuellen und vergangenen (Hand) Büchern münden, das Urheberrecht auf den Text wäre natürlich eine große Hürde. Ich vermute aber wenn es einfach wäre und nicht mit einem enormen Zeitaufwand verbunden, würde schon lange so ein Werk auf die eine oder andere Art den Weg in's Internet gefunden haben.

Kurz noch zum Handbuch Chemielabor Küche, der Mitautor Georg Schwedt ein rühriger Chemie Professor hat zum Thema Untersuchung von Obst und Gemüse eine nette CD herausgebracht die ich vor Jahren erstanden habe.
http://www.greenbox-des-wissens.de/115.html

Elektron
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Re: Chemielabor Küche

Beitrag von Elektron » 25.06.2018, 23:00

Urheberrecht erstreckt sich nicht auf Kochrezeptzutatenlisten und Handlungsabläufe. So lange nicht komplette Versuchsreihen 1:1 kopiert werden, sollte alles glatt gehen. Es müssten halt auch eigene Versuche dazu kommen oder auch Versuche aus anderen Quellen einbezogen werden.

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Re: Chemielabor Küche

Beitrag von Wilhelm » 01.07.2018, 18:39

Natürlich besitze ich auch eine kleine Sammlung von (Hand) Büchern (Chemie, (Pflanzen) Biologie, Mineralogie, Ökologie). Schon lange spiele ich mit dem Gedanken eine übergeordnete Zusammenfassung zu machen. Ohne Paste&Copy und nach Möglichkeit alle Experimente selbst durchgeführt mit einem nicht zu großen materiellen/finanziellen Aufwand.
Das wäre aber etwas für die Zeit in der Rente und würde auch entsprechend dauern.

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Re: Chemielabor Küche

Beitrag von Elektron » 04.07.2018, 00:28

Ein Kochbuch fängt auch mit einem Kochrezept an.
In Zeitschriften werden auf wenigen Seiten oft ganze Menü's in Rezeptform dargelegt.
Teilweise sind Rezepte auch in Teilrezepte untergliedert, falls es etwas mehr Vorbereitung braucht.
Ich kenne auch Nachschlagewerk-Reihen die mangels Interesse nicht vollständig veröffentlicht wurden.
Es muss nicht gleich ein Meisterwerk sein.

Dann gäbe es noch diese Möglichkeit:
https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Textbook
Allen B. Downey z.B. veröffentlicht seine Bücher auf seiner Webseite ( https://greenteapress.com/wp/ )

Ich hatte auch schon Chemie-Versuchsbücher in der Hand, welche nur aus Zeitschriften-Versuchsreihen einer Chemie-Fachzeitschrift für Chemie-Lehrer zusammengesetzt wurden.

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