MW Radio mit Solarzellen

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Moderator: suntri

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Wanderer
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MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von Wanderer »

Hallo in die Runde,

vor einiger Zeit hatte ich ein paar Solarzellen (4,5 V) erworben. Das sonnige Wetter einiger der letzten Tage war die ideale Gelegenheit zum Ausprobieren; eine ganz einfache alte Radio-Rim-Schaltung eines AM-Radios bot sich dafür an. Der Bauteilträger für die Solarzellen ist ein 3d-Druck aus Helferleins Werkstatt.
Die Stromversorgung durch die Solarzellen war (bei hellem Sonnenlicht) wie erwartet sehr gut. Was mich aber wirklich verblüffte: ich bekam nachmittags gegen 15 Uhr einen italienischen und einen weiteren Sender, den ich sprachlich nicht zuordnen konnte, in einwandfreier Qualität und Lautstärke. Und das mit nur einem (Germanium-)Transistor AC 122 als Verstärker.
Vergleichbares auf dem Mittelwellensektor habe ich sonst in den letzten Jahren nur nachts (und mit viel größerem Aufwand an Teilen) erlebt.

Gruß, Ulrich
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Frankje
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von Frankje »

Hallo Ulrich.

Erstaunlich, dass Sie mit dieser Schaltung tagsüber einige Sender empfangen können!
Ich werde diese Schaltung mit dem Busch System wieder aufbauen.

Was mir an Ihrer Schaltung auffällt, ist, dass der Transistor keine Vorspannung benötigt.
Dies liegt höchstwahrscheinlich daran, dass Germaniumtransistoren einen geringen Leckstrom haben.

Was mir auch an Ihrer Schaltung auffällt, ist, dass Sie den Abstimmkondensator an den Mittelabgriff Ihrer Antennenschaltung angeschlossen haben.
Versuchen Sie, das gelbe Kabel, das von Ihrem Abstimmkondensator kommt, an den oberen Anschluss Ihrer Spule anzuschließen.
Es ist auch am besten, wenn Sie die Antenne über einen Kondensator von 47 pF anschließen.

Ich werde dich auf dem Laufenden halten !
Viele Grüße
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― Milan Nikolic
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pingi66
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von pingi66 »

Hallo Ulrich, hallo Frankje,

es freut mich immer wieder zu sehen, dass man doch mit erstaunlich wenig Aufwand zum Erfolg kommen kann. Allein die minimale Anzahl an Bauteilen ist äußerst bemerkenswert.
Frankje hat geschrieben: 22.05.2021, 17:57 Was mir an Ihrer Schaltung auffällt, ist, dass der Transistor keine Vorspannung benötigt.
Frankje, das finde ich ebenfalls sehr interessant. Vielleicht bekommt T1 die Vorspannung über die Diode, welche gleichzeitig zur Demodulation benutzt wird. Vielleicht sehe ich das aber auch falsch :shock:

Viele Grüße
Sven
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Frankje
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von Frankje »

Hallo alle,

Danke Sven nach Ihrem Kommentar.
Ich habe den Kreislauf mit einigen Unterschieden gebaut.
Ich benutze einen Transformator und eine kleine Verstärkertreppe.
Sowie ich habe die Diode auch anders angeschlossen (in einer Sper-Richtung, Anode auf der Basis).
Die Schaltung arbeitet perfekt und unterschiedliche Kanäle können eindeutig empfangen werden.

Versuchen Sie auch, die Diode an die andere Weise anzuschließen, das Volumen steigt enorm an!
Der Germaniumtransistor hat einen kleinen Leckstrom vom Kollektor bis zur Basis, dies ist anscheinend ausreichend, um den Transistor zu steuern.
Ich habe auch versucht, die Basis über einen 470k von der BIAS bereitzustellen. Infolgedessen wurde mehr Geräusch gehört und das Volumen des Radios änderte sich nicht.

Hier ist ein Foto des Setups:
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Viele Grüße
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von Wanderer »

Hallo Frankje, hallo Sven,
Eure Vermutungen zur Vorspannung für den Transistor sind sicher richtig; bei den frühen Kosmos-Kästen aus den 60ern (Radiomann, Radio und Elektronik A; mit diesen begann meine Begeisterung für die Elektronik) gab es ähnliche Schaltungen, alle mit Germanium-Transistoren. Ich weiß gar nicht, ob es damals überhaupt schon Silizium-Transistoren auf dem Markt gab.
Bezüglich Anschluss des Drehkos an die Schwingkreisspule hatte ich ein bisschen rumexperimentiert, ebenso mit Antennenanschluss über einen kleinen Kondensator. Und das beste Ergebnis bekam ich dann mit der gezeigten Version (mit Zimmerantenne von ca. 6 m Länge (hinter Bücherregalen…) und Erdung am Heizkörper).
Das mag vielleicht auch von der geografischen Lage (bei mir Vorort von München) abhängen; auch bei verschiedenen Radioschaltungen aus den Busch-Anleitungen habe ich mit geänderten Drehko-, Dioden oder Antennenanschlüssen bessere Ergebnisse erhalten.
Ich möchte aber Deinen Aufbau, Frankje, gerne nachbauen.
Übrigens nehme ich bei solchen Basteleien fast immer einen (alten) Kosmos 2000 Ohm Kopfhörer.
Viele Grüße,
Ulrich
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von Wanderer »

Hallo Frankje, hallo Sven, hallo in die Runde,

nach längerer Bastelpause habe ich mir die Schaltung doch noch einmal vorgenommen und die (Busch-)Spule probeweise gegen eine Wabenspule ausgetauscht, die ich mir vor einiger Zeit angefertigt hatte.
Das brachte tatsächlich noch eine weitere Verbesserung, obwohl der Ferritkern wegfiel.
L1001826, Wabenspule.jpg
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Dazu würde mich interessieren, inwieweit es ansonsten im Forum Erfahrungen mit Wabenspulen gibt!?
Viele Grüße, Ulrich
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pingi66
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von pingi66 »

Hallo Ulrich,

von diesen Wabenspulen habe ich zwar im Netz schon Unmengen interessanter Beiträge gelesen, eigene Erfahrungen kann ich aber leider nicht vorweisen. Mit den Ergebnissen der Spule auf dem Ferritstab war ich eigentlich immer sehr zufrieden, so dass ich nicht die Notwendigkeit gesehen habe, etwas anderes auszuprobieren.
Wanderer hat geschrieben: 12.06.2021, 12:23 ...die (Busch-)Spule probeweise gegen eine Wabenspule ausgetauscht, die ich mir vor einiger Zeit angefertigt hatte.
Da würde ich ja sehr gern erfahren, nach welchem Bauplan Du Deine Wabenspule erstellt hast bzw. welche Materialien zum Einsatz gekommen sind. Vielleicht reizt es dann den ein oder anderen mal zu einem Nachbau.

Grüße und guten Empfang!
Sven
Wanderer
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von Wanderer »

Hallo Sven,
auf die Wabenspulen (Flachspulen; es sind keine dreidimensionalen Exemplare) bin ich ursprünglich durch den alten Kosmos - Radiomann von 1956 gekommen, den ich vor ein paar Jahren günstig erwerben konnte, erfreulicherweise auch die dazugehörige Röhre DM300.
Das in dem Kasten bzw. der Anleitung beschriebene Audion (mit zwei Wabenspulen) funktionierte so gut, dass ich Lust bekam, mir weitere Spulen anzufertigen. Ich muss dazu sagen, dass ich besonders viel Freude am Nachbauen alter Radioschaltungen mit Röhren habe – manchmal Nostalgie pur….
Eine gute Anleitung zu Material und Daten findest Du auf dem folgenden Link:
https://www.roehrentechnik.de/html/flachspulen.html
Daran habe ich mich vor allem orientiert; Polystyrolplatten sind leicht erhältlich und lassen sich auch gut bearbeiten.
Ebenfalls hilfreich: https://www.radiomuseum.org/forum/alte_ ... enbau.html
Da sind auch Anleitungen für Korbspulen dabei; das ist dann allerdings ziemlich kompliziert und ich habe mich noch nicht daran gewagt.
Schließlich die Seite von J. Horn; sie ist interessant als Vergleich verschiedener Spulentypen
http://www.juergen-horn.de/erinacom/ele ... pulen.html

Viele Grüße,
Ulrich
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pingi66
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von pingi66 »

Hallo Ulrich,

vielen Dank für Deine Ausführungen und auch für die Links zu den sehr interessanten Seiten.

Mit einem vorgefertigten Bausatz anzufangen, ist für einen Anfänger wie mich wahrscheinlich die beste Lösung, um in dieses Thema einzusteigen. Mal sehen, wann ich dazu kommen werde. Es steht jedenfalls weit oben auf meiner Liste.

Grüße und guten Empfang!
Sven
Wanderer
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von Wanderer »

Hallo Sven,

dann bin ich auf Deine Erfahrungen gespannt!

Zum ersten Ausprobieren hatte ich übrigens zunächst Pappe als Spulenkörper und 60 Windungen Kupferlackdraht (0,3 oder 0,4; das weiß ich nicht mehr so genau) gewählt, bevor ich dann auf die „edlere“ Version mit Polystyrol und seidenumsponnenem Draht umgestiegen bin.
Die genannten Spulen aus dem alten „Radiomann“ bestehen auch nur aus Pappe als Trägermaterial. (Foto)
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L1001882.JPG (419.37 KiB) 160 mal betrachtet
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Das Spulenwickeln ist zwar manchmal mühsam, hat aber seinen Reiz, wie ich finde. Das Extrem waren für mich 1000 Windungen für die Tesla-Sekundärspule („Hochspannungsversuche mit dem Busch-System“)
Viel Spaß beim Wickeln und ein schönes Wochenende,
Ulrich
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Re: MW Radio mit Solarzellen

Beitrag von wolfgang »

Was als Träger auch gut geeignet sei, sind alte beschreibbare CD, von denen die Beschichtung entfernt ist.
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