SEHR alter Chemie-Experimentierkasten

Nicht Kosmos, Philips und Schuco

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Dwarry Gon

SEHR alter Chemie-Experimentierkasten

Beitrag von Dwarry Gon » 27.03.2009, 08:46

Ich habe bei "Chemie in unserer Zeit" einen Beitrag zu einem wirklich alten Experimentierkasten gefunden - sehr interessant:
<http://www3.interscience.wiley.com/cgi- ... 4/PDFSTART>

Von 1790!

ciao

Uwe

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wecapp
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Re: SEHR alter Chemie-Experimentierkasten

Beitrag von wecapp » 01.04.2009, 13:16

Dwarry Gon hat geschrieben:Ich habe bei "Chemie in unserer Zeit" einen Beitrag zu einem wirklich alten Experimentierkasten gefunden - sehr interessant:
<http://www3.interscience.wiley.com/cgi- ... FSTART>Von 1790!

... da gibt es aber leider keinen Zugriff auf diesen Artikel - man muss wohl dort angemeldet sein
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Dwarry Gon

Re: SEHR alter Chemie-Experimentierkasten

Beitrag von Dwarry Gon » 01.04.2009, 13:51

Upps, ich sitze in einem Uni-Netz, da wird wohl automatisch der Zugang freigestellt.

Es handelt sich um einen Artikel aus der Zeitschrift "Chemie in unserer Zeit", Jahrgang 2008. Vielleicht hat ja jemand Zugang zu der Zeitschrift über eine Uni-Bibliothek oder ähnliches. Autoren: Florian Karl Öxler & Christoph Friedrich.

Kurze Zusammenfassung: Vorgestellt wird ein "Vollständiges chemisches Probier-Cabinet zum Handgebrauche für Scheidekünstler, Ärzte, Mineralogen, Metallurgen, Technologen, Fabrikanten, Ökonomen und Naturliebhaber" (also eigentlich für alle), entworfen von J. F. A. Göttlin, erschienen 1790 in Jena bei Joh. Mich. Mauke.

Als Geräte waren enthalten: Messing-Lötrohr; Waage; Glasmörser mit Pistill; Glas zur Bleiprobe nach Hahnemann, ein gut verschließbares Glas, ein Glastrichter.

Außerdem folgende Chemikalien: destilliertes Wasser; gereinigter Weingeist; Vitriolsäure; Salpetersäure; Salzsäure; Essigsäure; mineralisches Laugensalz; luftleeres flüchtiges Laugensalz; flüchtiges luftvolles Laugensalz; feuerbeständiges
vegetabilisches luftvolles Laugensalz; luftleeres vegetabilisches feuerbeständiges Laugensalz; kalzinierter Borax; schmelzbares Urinsalz; Zuckersäure; Kalkleber; Weinstein; Salmiak; vitriolsaures Bittersalz; Kupfersalmiak; Kalkwasser; Bleiauflösung in Salpeter- oder Essigsäure; Arsenikauflösung; Sublimatauflösung; Auflösung des Quecksilbers in Salpetersäure; in Salzsäure aufgelöste Schwererde; Silberauflösung in Salpetersäure; Kupfervitriolauflösung; Geistige Galläpfeltinktur; flüchtige Schwefelleber; Seifenauflösung; Berlinerblaulauge; gelbes Blutlaugensalz; Quecksilber. (Der Artikel nennt auch die modernen Namen). Als Indikatoren lagen noch bei: Lackmustinktur, Lackmuspapier (blau und rot), Gelbwurzpapier, Fernambukpapier.

Es gab zwei Anleitungsbücher, die gesondert ausgeliefert wurden:
- "Erscheinungen, welche sich bey der Untersuchung der Körper, durch die gegenwirkenden
Mittel, ereignen; durch Versuche erläutert." (117 Seiten)
– "Gebrauch des Probiercabinets für Scheidekünstler, Aerzte, Mineralogen, Metallurgen,
Technologen, Fabrikanten, Oekonomen, und Naturliebhaber." (97 Seiten)

Verpackt war das ganze in einen Holzkasten, ca. 22 x 22 x 31 cm groß. Eine Reproduktion ist im Apotheken-Museum Leipzig zu sehen.

Im Artikel werden einige der Experimente beschrieben, daneben die Aufnahme des Cabinetts durch die gelehrte Welt der Zeit und Vorläufer des ganzen.

Lesenswert!

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